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  • Kein Geld, kein Partner?

    Diskussion · 211 Beiträge · 30 Gefällt mir · 4.151 Aufrufe

    Stell dir zwei Situationen vor:

     

    Ein Mann oder eine Frau sitzt abends zu Hause. Kein Geld für Kino, Restaurant oder Kurztrip. Die Miete ist bezahlt, mehr aber auch nicht. Das Handy liegt in der Hand – Dating-App geöffnet. Die Profile zeigen Urlaube, Cafés, Events. Die eigene Realität passt da nicht rein. Also: App schließen.

     

    Oder: Zwei Menschen lernen sich kennen. Sympathie ist da, Gespräche fließen, Nähe entsteht. Irgendwann kommt die Frage: „Was machst du beruflich?“ – und kurz darauf: Schweigen. Nicht aus Desinteresse, sondern aus Unsicherheit. Reicht das? Reicht ich?

     

    In unserer Gesellschaft ist Geld mehr als ein Zahlungsmittel. Es steht für Sicherheit, Status, Zukunftsfähigkeit. Wer wenig oder keins hat, gilt schnell als „nicht bereit für eine Beziehung“, als Belastung oder Risiko. Gleichzeitig reden wir von Liebe, Augenhöhe und inneren Werten.

     

    Das Spannungsfeld ist offensichtlich:

     

    Kann man sich Nähe leisten?

    Darf man lieben, wenn man finanziell nichts vorzuweisen hat?

    Ist fehlendes Geld ein realistisches Hindernis – oder ein gesellschaftliches Vorurteil?

    Wo endet Verantwortung, wo beginnt Ausgrenzung?

     

    Viele Menschen haben wenig Geld, aber emotionale Reife, Zeit, Loyalität und echte Zuwendung. Andere haben Geld, aber keine Beziehungsfähigkeit. Trotzdem wird oft am Kontostand gemessen, ob jemand „beziehungsfähig“ ist.

     

    Diese Diskussion soll Raum geben für ehrliche Erfahrungen, unbequeme Gedanken und unterschiedliche Perspektiven – ohne Beschönigung, ohne Schuldzuweisungen.

     

    Was bedeutet Geldmangel für Partnerschaft?

    Was bedeutet Partnerschaft für Menschen mit wenig Geld?

    Und welche Rolle spielen Erwartungen, Ängste und Vorurteile dabei?

     

    Thomas Kissing

    10.01.26, 15:36

Beiträge

  • 11.01.26, 13:10

     

    Stefan:

     

    Melanie:

     

    Und Diskreminierung. Ich war ja lange alleinerziehend, alleine ein Wohnungswechsel ist ein großer Kraftakt. Wie oft hatten Mieter Angst ich käme mit meinem Gehalt nicht aus und würde die Miete nicht zahlen können...

     

    Wenn ich es richtig verstanden habe, hat sich Robert mit der Aussage "Frauen haben es leichter" auf das Thema Partnerschaft bezogen - nicht generell auf das gesellschaftliche Leben in Gänze. Da ist die Antwort sicher eindeutig "nein".

     

    Aber haben es Männer mit eingeschränkten Finanzen schwieriger eine Partnerin zu finden, als Frauen in gleicher Situation, einen Mann? 

    Ich weiß es nicht, meine Vermutung würde aber ebenfalls eher in Richtung "ja" tendieren.

     

    Ja, weil generell von Frau wird immer noch unbezahlte Care Arbeit erwartet. Und umgekehrt dem Mann wird immer noch die Rolle des Versorgers zugeteilt, da in patriarchaler Gesellschaft er immer noch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt/ ggf. Immobilienmarkt hat als eine Frau.

  • 11.01.26, 13:08 - Zuletzt bearbeitet 11.01.26, 13:09.

     

    Guido:

     

    Anna:

     

    Tendenziell sind Frauen sozialer, sprich: füttern einen Mann auch schon mal durch. 

    Wenn du das auf eine Beziehung beziehst - nenn mir die bitte. Nicht, dass ich durchgefüttert werden muss/will. Aber menschlich bezweifle ich das in einer Beziehung.

    Sie füttert ihn durch, dafür steht er zur Verfügung. Beide haben was davon. 

  • 11.01.26, 13:06

     

    Anna:

     

    Stefan:

     

     

    Wenn ich es richtig verstanden habe, hat sich Robert mit der Aussage "Frauen haben es leichter" auf das Thema Partnerschaft bezogen - nicht generell auf das gesellschaftliche Leben in Gänze. Da ist die Antwort sicher eindeutig "nein".

     

    Aber haben es Männer mit eingeschränkten Finanzen schwieriger eine Partnerin zu finden, als Frauen in gleicher Situation, einen Mann? 

    Ich weiß es nicht, meine Vermutung würde aber ebenfalls eher in Richtung "ja" tendieren.

     

    Tendenziell sind Frauen sozialer, sprich: füttern einen Mann auch schon mal durch. 

    Wenn du das auf eine Beziehung beziehst - nenn mir die bitte. Nicht, dass ich durchgefüttert werden muss/will. Aber menschlich bezweifle ich das in einer Beziehung.

  • 11.01.26, 13:01 - Zuletzt bearbeitet 11.01.26, 13:01.

     

    Stefan:

     

    Melanie:

     

    Und Diskreminierung. Ich war ja lange alleinerziehend, alleine ein Wohnungswechsel ist ein großer Kraftakt. Wie oft hatten Mieter Angst ich käme mit meinem Gehalt nicht aus und würde die Miete nicht zahlen können...

     

    Wenn ich es richtig verstanden habe, hat sich Robert mit der Aussage "Frauen haben es leichter" auf das Thema Partnerschaft bezogen - nicht generell auf das gesellschaftliche Leben in Gänze. Da ist die Antwort sicher eindeutig "nein".

     

    Aber haben es Männer mit eingeschränkten Finanzen schwieriger eine Partnerin zu finden, als Frauen in gleicher Situation, einen Mann? 

    Ich weiß es nicht, meine Vermutung würde aber ebenfalls eher in Richtung "ja" tendieren.

     

    Tendenziell sind Frauen sozialer, sprich: füttern einen Mann auch schon mal durch. 

  • 11.01.26, 12:55

     

    Melanie:

     

    Elena:

     

    Eine Frau mit 3 Kindern hat es sicher nicht leichter als ein Mann. Sie verdienen immer noch weniger/ arbeiten in schlechter bezahlten Berufen als die Männer, haben niedrigere Renten.

    Und Diskreminierung. Ich war ja lange alleinerziehend, alleine ein Wohnungswechsel ist ein großer Kraftakt. Wie oft hatten Mieter Angst ich käme mit meinem Gehalt nicht aus und würde die Miete nicht zahlen können...

     

    Wenn ich es richtig verstanden habe, hat sich Robert mit der Aussage "Frauen haben es leichter" auf das Thema Partnerschaft bezogen - nicht generell auf das gesellschaftliche Leben in Gänze. Da ist die Antwort sicher eindeutig "nein".

     

    Aber haben es Männer mit eingeschränkten Finanzen schwieriger eine Partnerin zu finden, als Frauen in gleicher Situation, einen Mann? 

    Ich weiß es nicht, meine Vermutung würde aber ebenfalls eher in Richtung "ja" tendieren.

     

  • 11.01.26, 12:55

     

    Melanie:

     

    Elena:

     

    Eine Frau mit 3 Kindern hat es sicher nicht leichter als ein Mann. Sie verdienen immer noch weniger/ arbeiten in schlechter bezahlten Berufen als die Männer, haben niedrigere Renten.

    Und Diskreminierung. Ich war ja lange alleinerziehend, alleine ein Wohnungswechsel ist ein großer Kraftakt. Wie oft hatten Mieter Angst ich käme mit meinem Gehalt nicht aus und würde die Miete nicht zahlen können...

    Das Thema Wohnungssuche ist wirklich widerwärtig...

  • 11.01.26, 12:53

    Mich erschüttern eure Kommentare, dass man wegen schlechter Finanzen von Mitmenschen aussortiert wird!

    Mich nervt es auch, wenn andere mit ihren tollen Urlauben und Häusern und was sonst noch prahlen. Allerdings macht das nicht mich klein und nichtig, sondern die! 

  •  

    Elena:

     

    Robert:

    Als Mann, wenn Du finanziell nicht frei bist, das sehe ich bei einem Freund von mir ( geschieden mit 3 Kindern) ist es fast unmöglich, wieder eine Beziehung zu finden. Er ist 52, sportlich und sieht- soweit ich das als Mann beurteilen kann - gut aus, hat auch gute Umgangsformen. Er tut sich relativ leicht, jemanden kennen zu lernen, aber sobald der Backround sichtbar wird, vertschüssen sich die Damen. Da haben es Frauen wesentlich leichter. Also das Geld spielt schon eine wesentliche Rolle, ob man zum alleine sein verdammt ist

    Eine Frau mit 3 Kindern hat es sicher nicht leichter als ein Mann. Sie verdienen immer noch weniger/ arbeiten in schlechter bezahlten Berufen als die Männer, haben niedrigere Renten.

    Und Diskreminierung. Ich war ja lange alleinerziehend, alleine ein Wohnungswechsel ist ein großer Kraftakt. Wie oft hatten Mieter Angst ich käme mit meinem Gehalt nicht aus und würde die Miete nicht zahlen können...

  • 11.01.26, 12:41

     

    Robert:

    Als Mann, wenn Du finanziell nicht frei bist, das sehe ich bei einem Freund von mir ( geschieden mit 3 Kindern) ist es fast unmöglich, wieder eine Beziehung zu finden. Er ist 52, sportlich und sieht- soweit ich das als Mann beurteilen kann - gut aus, hat auch gute Umgangsformen. Er tut sich relativ leicht, jemanden kennen zu lernen, aber sobald der Backround sichtbar wird, vertschüssen sich die Damen. Da haben es Frauen wesentlich leichter. Also das Geld spielt schon eine wesentliche Rolle, ob man zum alleine sein verdammt ist

    Eine Frau mit 3 Kindern hat es sicher nicht leichter als ein Mann. Sie verdienen immer noch weniger/ arbeiten in schlechter bezahlten Berufen als die Männer, haben niedrigere Renten.

  • 11.01.26, 12:38 - Zuletzt bearbeitet 11.01.26, 13:38.

     

    Guido:

     

    Melanie:

     

    Du bist es wert, ich auch und alle anderen 🤗💞

     

    Melanie - menschlich gesehen hast du völlig Recht: jeder ist es wert. Aber wir sind nicht menschlich ausgeprägt. Geht es um die materielle "Sicherheit", bleibt die Menschlichkeit bei vielen auf der Strecke.

     

    Das ist ein riesen Armutszeugnis.

    Alle die denken sie seien finanziell sicher, kann ich gerne meine Geschichte erzählen. Ich habe vorgesorgt als ich ein Fitnessstudio hatte, falls ich krank werde und habe jeden Monat viele hundert Euro bezahlt. Ich wurde krank... Der nächste Gerichtstermin ist im März, der Prozess läuft seit über 5 Jahren. Nichts ist sicher in diesem Leben, außer unser Lebensende. Das wird ganz sicher kommen, aber sonst rein gar nichts 😁🤗

  •  

    Robert:

    Als Mann, wenn Du finanziell nicht frei bist, das sehe ich bei einem Freund von mir ( geschieden mit 3 Kindern) ist es fast unmöglich, wieder eine Beziehung zu finden. Er ist 52, sportlich und sieht- soweit ich das als Mann beurteilen kann - gut aus, hat auch gute Umgangsformen. Er tut sich relativ leicht, jemanden kennen zu lernen, aber sobald der Backround sichtbar wird, vertschüssen sich die Damen. Da haben es Frauen wesentlich leichter. Also das Geld spielt schon eine wesentliche Rolle, ob man zum alleine sein verdammt ist

    Als Frau mit 3 Kindern ist es sicherlich genauso.

    Robert:

    Als Mann, wenn Du finanziell nicht frei bist, das sehe ich bei einem Freund von mir ( geschieden mit 3 Kindern) ist es fast unmöglich, wieder eine Beziehung zu finden. Er ist 52, sportlich und sieht- soweit ich das als Mann beurteilen kann - gut aus, hat auch gute Umgangsformen. Er tut sich relativ leicht, jemanden kennen zu lernen, aber sobald der Backround sichtbar wird, vertschüssen sich die Damen. Da haben es Frauen wesentlich leichter. Also das Geld spielt schon eine wesentliche Rolle, ob man zum alleine sein verdammt ist

    Ein Mann mit 3 Kindern hat mehr als nur wenig Geld zu bieten. Er bringt ein großes Paket mit 3 Kindern mit, daran wird 

    Robert:

    Als Mann, wenn Du finanziell nicht frei bist, das sehe ich bei einem Freund von mir ( geschieden mit 3 Kindern) ist es fast unmöglich, wieder eine Beziehung zu finden. Er ist 52, sportlich und sieht- soweit ich das als Mann beurteilen kann - gut aus, hat auch gute Umgangsformen. Er tut sich relativ leicht, jemanden kennen zu lernen, aber sobald der Backround sichtbar wird, vertschüssen sich die Damen. Da haben es Frauen wesentlich leichter. Also das Geld spielt schon eine wesentliche Rolle, ob man zum alleine sein verdammt ist

    Ja, habe ich schon erleben dürfen, es gibt Menschen, welche in einer finanziellen schwierigen Situation sind, die eine Partnerschaft suchen, damit sie den Lebensstandard verbessern können.  Es soll meiner Meinung aber nicht die Motivation für den Start einer Beziehung sein. Für mich zählen Gefühl, Sympathie und viele andere Dinge.

     

    Ist es wirklich "nur der Wunsch seinen Lebensstandard" zu verbessern oder der Wunsch nicht mehr alleine kämpfen zu müssen?

    Da darf man(n) gerne mal sehr genau hinsehen und mal reinspüren und den Unterschied wahrnehmen. Oder möchte Frau einfach nur nicht mehr alleine den Wiedrigkeiten des Lebens begegnen?

    Wer noch nie jahrelang finanziell unten war, versteht oft die Verzweifelung nicht...

  • 11.01.26, 12:34

     

    Melanie:

     

    Guido:

    Ich kann einigen, die negative Erfahrungen in Bezug auf wenig Geld (Existenzminimum) gemacht haben, nur zustimmen.

     

    Wenn ich mich an meine Kindheit zurückerinnere, ging mein Vater arbeiten und meine Mutter war für den Haushalt und die Kindererziehung zuständig. Das war damals - meine Erinnerung - normal. Erst als ich 13/14 war, ging auch meine Mutter Teilzeit arbeiten. 

     

    Daraus ist für mich schlüssig, dass ein Mann auch heute bereit ist, für eine Frau mit aufzukommen (wenn man zusammen lebt) oder auch mal ein Essen bezahlt oder - je nach Möglichkeit - sogar einen Urlaub.

     

    Im Umkehrschluss sind Frauen da völlig anders gepolt (auch das sind rein meine Erfahrungen): du hast kein Geld - du bist raus. 

     

    Was - ich soll für dich aufkommen? Nein!

     

    Du lebst ja dann auf meine Kosten. Auf keinen Fall.

     

    Ich als Mann habe in dem Zusammenhang als langjähriger Hartz-IV und jetzt Bürgergeldbezieher nur negative Erfahrungen gemacht (die Gründe, warum ich in dieser Lage bin, interessieren niemanden). Hast du nix - bist du nix - und auch nix wert.

     

    Du bist es wert, ich auch und alle anderen 🤗💞

     

    Melanie - menschlich gesehen hast du völlig Recht: jeder ist es wert. Aber wir sind nicht menschlich ausgeprägt. Geht es um die materielle "Sicherheit", bleibt die Menschlichkeit bei vielen auf der Strecke.

     

    Das ist ein riesen Armutszeugnis.

  • 11.01.26, 12:29

     

    Robert:

    Als Mann, wenn Du finanziell nicht frei bist, das sehe ich bei einem Freund von mir ( geschieden mit 3 Kindern) ist es fast unmöglich, wieder eine Beziehung zu finden. Er ist 52, sportlich und sieht- soweit ich das als Mann beurteilen kann - gut aus, hat auch gute Umgangsformen. Er tut sich relativ leicht, jemanden kennen zu lernen, aber sobald der Backround sichtbar wird, vertschüssen sich die Damen. Da haben es Frauen wesentlich leichter. Also das Geld spielt schon eine wesentliche Rolle, ob man zum alleine sein verdammt ist

    Es ist aber doch in solchen Fällen wichtig zu wissen, warum die Situation so ist, wie sie ist. Es gibt zu den Kindern eine Mutter, die Verpflichtungen hat und diesen offenbar nicht nachkommt. Und Nein! Frauen haben es da nicht leichter, insbesondere weil in D Männer im Allgemeinen nicht einsehen, warum sie eine Frau finanziell unterstützen sollten. Schließlich kann sie ihr eigenes Geld verdienen. 

  • Als Mann, wenn Du finanziell nicht frei bist, das sehe ich bei einem Freund von mir ( geschieden mit 3 Kindern) ist es fast unmöglich, wieder eine Beziehung zu finden. Er ist 52, sportlich und sieht- soweit ich das als Mann beurteilen kann - gut aus, hat auch gute Umgangsformen. Er tut sich relativ leicht, jemanden kennen zu lernen, aber sobald der Backround sichtbar wird, vertschüssen sich die Damen. Da haben es Frauen wesentlich leichter. Also das Geld spielt schon eine wesentliche Rolle, ob man zum alleine sein verdammt ist

  •  

    Guido:

    Ich kann einigen, die negative Erfahrungen in Bezug auf wenig Geld (Existenzminimum) gemacht haben, nur zustimmen.

     

    Wenn ich mich an meine Kindheit zurückerinnere, ging mein Vater arbeiten und meine Mutter war für den Haushalt und die Kindererziehung zuständig. Das war damals - meine Erinnerung - normal. Erst als ich 13/14 war, ging auch meine Mutter Teilzeit arbeiten. 

     

    Daraus ist für mich schlüssig, dass ein Mann auch heute bereit ist, für eine Frau mit aufzukommen (wenn man zusammen lebt) oder auch mal ein Essen bezahlt oder - je nach Möglichkeit - sogar einen Urlaub.

     

    Im Umkehrschluss sind Frauen da völlig anders gepolt (auch das sind rein meine Erfahrungen): du hast kein Geld - du bist raus. 

     

    Was - ich soll für dich aufkommen? Nein!

     

    Du lebst ja dann auf meine Kosten. Auf keinen Fall.

     

    Ich als Mann habe in dem Zusammenhang als langjähriger Hartz-IV und jetzt Bürgergeldbezieher nur negative Erfahrungen gemacht (die Gründe, warum ich in dieser Lage bin, interessieren niemanden). Hast du nix - bist du nix - und auch nix wert.

     

    Du bist es wert, ich auch und alle anderen 🤗💞

    Ich bin da ganz bei dir, mir geht's ähnlich. Vor allem ist der Hass und Neid so groß geworden. Jemand der nicht arbeitet wird ja gleich wütend in eine Schublade gesteckt. Der Mensch weiß ja immer alles über andere Menschen... 

    Meine Krankheit und damit verbundene Behinderung sieht man mir auch nicht an...

    Wichtig ist für mich nach Alternativen zu suchen, es gibt meist bei der Stadt Möglichkeiten sich einen Pass mit Nachlassen von bis zu 50% zu beantragen. 

    So kann man mal was besonderes unternehmen...

  • Ich lese diese Frage mit viel Resonanz, weil mein eigenes Leben lange von finanzieller Enge begleitet war und noch ist.

    Ich komme aus einer Arbeiterfamilie, habe nicht studiert, war alleinerziehend – und kenne ein Dasein, in dem Geld oft knapp war und Sicherheit selten selbstverständlich. Später habe ich eine zweite Ausbildung gemacht und schon beim Einstieg deutlich weniger verdient als männliche Kollegen. Auch das gehört leise, aber real zu meinem Weg als Frau und Mutter.

    In früheren Partnerschaften war Geld weniger ein zentrales Thema. Meine Partner wussten um meine Situation, irgendwann floss es einfach mit ins Miteinander ein. Man hat getragen, ausgeglichen, sich angepasst. Unterstützung durfte da sein, manchmal ganz selbstverständlich. Gleichzeitig habe ich erlebt, wie belastend es wird, wenn selbst in Nähe jeder Euro abgewogen wird. Nicht wegen des Geldes an sich – sondern weil sich dann etwas im Herzen zusammenzieht.

    Ich selbst nehme Unterstützung nur schwer an. Wenn sie aus Liebe, Verbundenheit und gegenseitiger Verantwortung entsteht, kann ich sie heute besser zulassen. Nicht als Abhängigkeit, sondern als Ausdruck von Wir. Mein Ziel war und ist nie, versorgt zu werden, sondern verbunden zu sein.

    Inzwischen bin ich gesundheitlich eingeschränkt, und das berührt natürlich auch den Selbstwert. Mein Weg ist heute sehr spirituell, alternativ, leiser geworden. Auch das passt nicht immer in gängige Vorstellungen von „funktionierendem Leben“. Auf Plattformen wie hier fällt mir auf, wie sehr viele Aktivitäten finanzielle Freiheit voraussetzen. Für Menschen mit wenig Geld bleiben oft nur die Ränder: Spaziergänge, Natur, Gespräche – wenn sie räumlich erreichbar sind.

    Mein Leben mit wenig Geld hat mich gelehrt, Schönheit im Nahen zu finden. Große Urlaube kenne ich kaum, dafür habe ich mir meine Welt im Kleinen liebevoll gestaltet. Bewusst, achtsam, auch aus ökologischer Verantwortung heraus.

    Schmerzhaft wird es dort, wo Menschen auf ihren Kontostand reduziert werden. Denn Nähe, Präsenz, emotionale Reife, Verlässlichkeit und Zuwendung sind keine Frage des Einkommens. Und Geld allein macht niemanden beziehungsfähig.

    Für mich ist Partnerschaft ein gemeinsamer Raum. Kein inneres Abrechnen, kein Nebeneinander mit unsichtbaren Grenzen. Wenn jeder nur für sich sorgt und sich im Inneren verschließt, fehlt für mich das Wesentliche. Dann zieht sich mein Herz zurück.

    Vielleicht geht es in dieser Diskussion weniger darum, ob man sich Liebe leisten kann –
    sondern darum, ob wir uns noch trauen, Beziehung als etwas Gemeinsames, Menschliches und Getragenes zu leben.

  • 11.01.26, 11:52

    Generell bin ich sehr großzügig,  aber in einer Beziehung finanziell ausgenutzt zu werden, darauf könnte ich auch verzichten ! Ich muss mir eine Beziehung nicht kaufen…

  • 11.01.26, 11:14

    Ich kann einigen, die negative Erfahrungen in Bezug auf wenig Geld (Existenzminimum) gemacht haben, nur zustimmen.

     

    Wenn ich mich an meine Kindheit zurückerinnere, ging mein Vater arbeiten und meine Mutter war für den Haushalt und die Kindererziehung zuständig. Das war damals - meine Erinnerung - normal. Erst als ich 13/14 war, ging auch meine Mutter Teilzeit arbeiten. 

     

    Daraus ist für mich schlüssig, dass ein Mann auch heute bereit ist, für eine Frau mit aufzukommen (wenn man zusammen lebt) oder auch mal ein Essen bezahlt oder - je nach Möglichkeit - sogar einen Urlaub.

     

    Im Umkehrschluss sind Frauen da völlig anders gepolt (auch das sind rein meine Erfahrungen): du hast kein Geld - du bist raus. 

     

    Was - ich soll für dich aufkommen? Nein!

     

    Du lebst ja dann auf meine Kosten. Auf keinen Fall.

     

    Ich als Mann habe in dem Zusammenhang als langjähriger Hartz-IV und jetzt Bürgergeldbezieher nur negative Erfahrungen gemacht (die Gründe, warum ich in dieser Lage bin, interessieren niemanden). Hast du nix - bist du nix - und auch nix wert.

     

    Stimmt - viele reisen, gehen Essen, ins Kino etc. Ich kann mir das nicht leisten. 

     

    Also sitze ich zuhause rum. Ich denke, es geht vielen so - die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist stark reduziert.

  • 11.01.26, 11:01

    Also, für mich ist kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen finanziellen Möglichkeiten und Beziehungsbereitschaft zu sehen. Möglicherweise - und sicher sehr häufig - hat der finanzielle Status einen Einfluss auf das Selbstwertgefühl. Zurück zum Thema: Mir erscheint wichtig, offen damit umzugehen. Wenn Restaurantbesuche, Urlaub nur mit Flugreise,... nötig sind, damit eine Beziehung funktioniert, läuft etwas schief. Welche Alternativen können sich beide vorstellen, die vergleichbar bereichernd sind? 

  • 11.01.26, 10:57

    Hallo Thomas, das Thema ist einfach für mich. Ich habe wenig Geld und suche keinen Partner, fertig. Aber jetzt mal ernsthaft...da spielt Geld doch eine große Rolle. Zum einen ist Freizeit sehr teuer oder ein Urlaub, es sei denn man geht in die Natur. Aber Kunst und Kultur oder sonstige Freizeitaktivitäten sowie einfach schön essen gehen sind halt sehr teuer. Am schönsten wäre es natürlich wenn einer Geld hätte und mit dem Partner teilt...ohne den Hintergedanken sich aushalten zu lassen...und der andere Partner mit anderen Dingen zeigt, die nichts kosten, dass er sich in die Beziehung einbringt. Spieleabend, zu Hause schön kochen und decken, einen Film schauen, der beide interessiert oder einfach nur reden. Das wäre meine Alternative, weil ich kein Geld habe. Man darf bei allem nicht vergessen, dass Geld nur Papier und Gesundheit das Wichtigste ist sowie die Liebe und Vertrauen. Alles andere ist zweitrangig. 

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