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  • Männer stark, Frauen fürsorglich – immer noch?

    Diskussion · 211 Beiträge · 6 Gefällt mir · 2.891 Aufrufe

    Als Kind habe ich oft genau hingesehen, ohne es richtig zu verstehen. Meine Mutter kochte in der Küche, während der Duft von frisch gebackenem Kuchen den Flur füllte. Sie wischte noch den Boden, brachte die Wäsche weg, kümmerte sich um alles, was im Haus erledigt werden musste. Mein Vater kam vom Arbeiten, die Hände noch leicht ölverschmiert, setzte sich mit seinem Kaffee, blätterte in der Zeitung und ruhte sich aus. Ich saß daneben und schaute zu, ohne zu wissen, dass diese Szenen etwas über die Rollenbilder aussagen, die wir still übernehmen.

     

    Auch heute wiederholen sich solche Muster oft – manchmal subtil, manchmal sichtbar. Frauen kümmern sich ums Detail, ums Organisieren, ums Fürsorgliche. Männer zeigen Stärke, übernehmen bestimmte Aufgaben, die „sichtbar“ sind.

     

    Ich frage mich: Wie sehr stecken diese Vorstellungen noch in uns? Wie beeinflussen sie, wen wir anziehend finden, wie wir daten und welche Erwartungen wir an einen Partner oder eine Partnerin haben? Und wie würden Kinder oder junge Menschen diese Rollenbilder heute wahrnehmen?

     

    Thomas Kissing

    12.01.26, 22:36

Beiträge

  • 13.01.26, 12:18

    Es geht doch nicht darum, dass die Menschen sich in das kapitalistische/ patriarchale System integrieren/ ggf anpassen, sondern ein anderes System entwickeln, welches alle inkludiert und ihr Leben schön macht. Im jetzigen System profitiert nur die Minderheit davon, die anderen Menschen werden mit falschen Werten geprägt, ausgebeutet und erschöpft. 

  • 13.01.26, 12:16
    ✗ Dieser Inhalt wurde von Marta wieder gelöscht.
  • 13.01.26, 12:11

     

    Marta:

     

    Die oft überaus riskante Freizeitgestaltung der Männer lässt mich deine Frage mit einem einfachen JA sehr leicht beantworten! 😂😂😂

     

    Einfach nur auf dem Sofa zu sitzen und Grey's Anatomy, Sex and the City oder den Shoppingkanal zu schauen (um den Kleiderschrank aufzufüllen), kann ein größeres Risiko darstellen.  Ich sage nur 😇.

  • 13.01.26, 12:04

     

    Erv:

     

    Marta:

     


    Weil die aus dem Krieg zurück kehrenden Männer ihre Jobs wieder gebraucht haben! Zu diesem Zeitpunkt entschied noch der Ehemann über den beruflichen Werdegang seiner Frau.

    Es war die Baby-Boomer-Generation, die Frauen waren für den Aufbau der Gesellschaft zuständig, die Männer für die wirtschaftliche Infrastruktur.

    Ganz klar, dass diese Generation mit anderen Problemen beschäftigt war und die heutige Diskussion gar nicht aufkam.

     

    Meine Lehrerin hat meinen Eltern von einem Gymnasium mit Mathematikschwerpunkt abgeraten obwohl ich eine sehr gute Schülerin und Mathe mein Lieblingsfach war! Meine Mutter war Bilanzbuchhalterin und hatte diese Argumentation trotzdem nicht in Frage gestellt.

    Witzigerweise hat meine wesentlich jüngere Schwägerin einige Jahre später genau diese Schule gewählt und ich durfte dann einmal stellvertretend zum Elternsprechtag gehen, der Mathe-Prof war zum Niederknien. 😎

     

    Anfang der 90er habe ich eine technische Ausbildung begonnen (und beendet), die ich nur aufgrund einer 25% Frauenquote UND eines sehr guten Aufnahmetestes machen durfte!

    Ich kann mich nicht beschweren, es ging gut für mich aus, dennoch ist ein Mensch immer die Summe seines Umfeldes.

     

    Es wird viel mehr gelenkt, als es uns bewusst oder sichtbar ist. Geburtenstarke Jahrgänge haben ganz häufig mit finanziellen Anreizen zu tun (höheres  Karenzgeld zB), die ein paar Jahre eingeführt werden bis die Ziele erreicht sind.

     

    Mich hat die Wortwahl von Elena "gejagt und gekämpft" getriggert, weil es impliziert das dies nicht nur in WK2 vorkam, sondern schon öfters in der Menschheitsgeschichte. Halte ich durchaus für realistisch.

    Und seither kehren Frauen immer wieder an den Herd zurück. Nö, dafür sind wir nicht geeignet, was auch immer.

    Frauen sind für die Reproduktion weitaus wertvoller, aber heutzutage ist dies nicht mehr der Fall bzw. notwendig. 

    Warum also haben sich Frauen nicht das Militär unter den Nagel gerissen oder Berufe die eine hohe Sterbewahrscheinlichkeit haben? Weil Männer so gerne draufgehen?

    Die oft überaus riskante Freizeitgestaltung der Männer lässt mich deine Frage mit einem einfachen JA sehr leicht beantworten! 😂😂😂

  • 13.01.26, 11:54

     

    Marta:

     

    Erv:

     

     

    Es wirft die Frage auf warum Frauen dann diese Aufgaben wieder abgegeben haben.


    Weil die aus dem Krieg zurück kehrenden Männer ihre Jobs wieder gebraucht haben! Zu diesem Zeitpunkt entschied noch der Ehemann über den beruflichen Werdegang seiner Frau.

    Es war die Baby-Boomer-Generation, die Frauen waren für den Aufbau der Gesellschaft zuständig, die Männer für die wirtschaftliche Infrastruktur.

    Ganz klar, dass diese Generation mit anderen Problemen beschäftigt war und die heutige Diskussion gar nicht aufkam.

     

    Meine Lehrerin hat meinen Eltern von einem Gymnasium mit Mathematikschwerpunkt abgeraten obwohl ich eine sehr gute Schülerin und Mathe mein Lieblingsfach war! Meine Mutter war Bilanzbuchhalterin und hatte diese Argumentation trotzdem nicht in Frage gestellt.

    Witzigerweise hat meine wesentlich jüngere Schwägerin einige Jahre später genau diese Schule gewählt und ich durfte dann einmal stellvertretend zum Elternsprechtag gehen, der Mathe-Prof war zum Niederknien. 😎

     

    Anfang der 90er habe ich eine technische Ausbildung begonnen (und beendet), die ich nur aufgrund einer 25% Frauenquote UND eines sehr guten Aufnahmetestes machen durfte!

    Ich kann mich nicht beschweren, es ging gut für mich aus, dennoch ist ein Mensch immer die Summe seines Umfeldes.

     

    Es wird viel mehr gelenkt, als es uns bewusst oder sichtbar ist. Geburtenstarke Jahrgänge haben ganz häufig mit finanziellen Anreizen zu tun (höheres  Karenzgeld zB), die ein paar Jahre eingeführt werden bis die Ziele erreicht sind.

     

    Mich hat die Wortwahl von Elena "gejagt und gekämpft" getriggert, weil es impliziert das dies nicht nur in WK2 vorkam, sondern schon öfters in der Menschheitsgeschichte. Halte ich durchaus für realistisch.

    Und seither kehren Frauen immer wieder an den Herd zurück. Nö, dafür sind wir nicht geeignet, was auch immer.

    Frauen sind für die Reproduktion weitaus wertvoller, aber heutzutage ist dies nicht mehr der Fall bzw. notwendig. 

    Warum also haben sich Frauen nicht das Militär unter den Nagel gerissen oder Berufe die eine hohe Sterbewahrscheinlichkeit haben? Weil Männer so gerne draufgehen?

  • 13.01.26, 11:41

    Wenn man will oder muss, kann man alles machen. Ich musste mich eine Zeit lang auch handwerklich um meine Geschäfte kümmern. Das habe ich nicht gerne gemacht, aber irgendwie ging das schon. Schwere Sachen tragen, sich den Respekt von Mitarbeitern erarbeiten, selbst wenn die meisten älter waren als ich, harte, herzlose Entscheidungen zugunsten des Geschäftes treffen und keine Schwäche zeigen. All das kann natürlich auch eine Frau leisten, wenn sie muss. Aber habe ich mich in dieser Rolle wohlgefühlt? Nicht wirklich. Gemerkt habe ich das erst als ich mein Geschäft verkauft habe und all die Last und der Druck von mir abgefallen sind. Ich hatte danach langsam wieder zu mir gefunden und für mich festgestellt, dass ich mich nie wieder in diese Rolle drängen lassen wollte. 

     

    Ein anderes Beispiel wäre ein Frauenarzt. Ich persönlich hätte kein gutes Gefühl zu einem männlichen Frauenarzt zu gehen. Ich könnte das niemals neutral sehen, denn in erster Linie ist es ein Mann, der sehr intime Stellen an mir sehen darf. Egal ob es ihn wirklich reizt oder nicht, mir gibt das Ganze ein ungutes Gefühl. 

  • 13.01.26, 11:07 - Zuletzt bearbeitet 13.01.26, 11:23.
    ✗ Dieser Inhalt wurde von Marta wieder gelöscht.
  • 13.01.26, 09:27

     

    Elena:

     

    In der Geschichte gibt es zahlreiche Beispiele, wie z. B. Frauen die traditionellen Aufgaben der Männer während den Kriegen übernommen und gemeistert haben oder auch gejagt und gekämpft haben. Oder wer erledigte die Care/ reproduktive Arbeit in Militärcamps? 

     

    Es wirft die Frage auf warum Frauen dann diese Aufgaben wieder abgegeben haben.

  • 13.01.26, 08:07

    Ich mag eine gewisse Rollenverteilung und koche oder kümmere mich gerne ums Heim – aber es sollte nie als selbstverständlich gesehen werden. Ich möchte nicht nur das Heimchen am Herd sein, sondern dass er auch mal kocht oder wäscht, schließlich arbeite auch ich. Wichtig ist ein ausgewogenes Geben und Nehmen.


    Bei Dating oder Partnersuche merkt man, wie stark alte Rollenbilder noch beeinflussen, wen wir attraktiv finden oder welche Erwartungen wir haben. Mir geht es darum, dass beide ihre Stärken einbringen, Verantwortung teilen und respektvoll, bewusst und ausgeglichen miteinander umgehen.

     

    Kinder und Jugendliche nehmen solche Muster sehr bewusst wahr. Sie sehen, wer Verantwortung trägt, wer sich kümmert und was als „normal“ gilt. Umso wichtiger ist es, ihnen vorzuleben, dass Stärke und Fürsorge keine Frage des Geschlechts sind, sondern menschliche Qualitäten, die beide übernehmen können.

  • 13.01.26, 08:00 - Zuletzt bearbeitet 13.01.26, 08:17.

     

    Thomas Kissing:

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    Danke für das Thema lieber Thomas! Meiner Meinung nach haben die Rollenverteilungen nichts mit dem Geschlecht, sondern mit der Grösse/ Stärke zu tun. Wenn unsere Gesellschaft homogen wäre und sich durch Parthenogenese fortpflanzen könnte, wären die Probleme mit Macht-/ Aufgabenverteilung nicht ausgeschlossen. In der Geschichte gibt es zahlreiche Beispiele, wie z. B. Frauen die traditionellen Aufgaben der Männer während den Kriegen übernommen und gemeistert haben oder auch gejagt und gekämpft haben. Oder wer erledigte die Care/ reproduktive Arbeit in Militärcamps? 
    Als besondere Spezies haben wir uns aber so weit entwickelt, dass die Schwäche/ Stärkeverhälnisse ganz anders definiert sind und nichts mehr mit den körperlichen Merkmalen zu tun haben. Jeder kann mit der passenden Strategie jede Aufgabe bewältigen. Diese Zuversicht sollte jedoch zuerst in der Erziehung aktiv gelebt werden. Viele empfinden dies jedoch immer noch als Bedrohung, die Wenigen sehen darin die Chance einander näher zu kommen.

  • 12.01.26, 23:08

    Wie wir leben beeinflusst stark, was wir als normal oder erstrebenswert empfinden. Wir alle haben Glaubenssätze in uns, die uns oft gar nicht bewusst sind. Bis einer kommt und es anders macht, oder fragt "warum ?"

     

    Trotz aller Emanzipation und Gleichstellung bei der Erziehung und im Leben: in Studien und Beobachtungen wird immer wieder festgestellt, dass das eine Geschlecht dazu tendiert der Beschützer zu sein und das andere dazu fürsorglich zu sein. 

     

    Das ist natürlich nur eine Tendenz! 

     

    Zum Beispiel: man hat wilden Affen in freier Wildbahn Spielzeug hingelegt. Die Männchen beschäftigten sich meist mit den Autos, zeigten Interesse an Technik und die Weibchen mit den Puppen. 

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