Hallo zusammen,
ich lade immer wieder mal Menschen zu mir nach Hause ein und koche für sie. Erst gestern hatten wir wieder einen tollen Fondue-Abend, es war super lustig und genau diese Erlebnisse sind der Grund, warum ich das so gerne mache. Gut; bisschen Käse warm machen ist jetzt auch kein aufwändiges Kochen. Mir ist es wichtig, dass sich alle bei mir wie zu Hause fühlen, schnattern, geniessen und einen unbeschwerten Abend verbringen.
Dabei werde ich immer wieder mit Situationen konfrontiert, die mich zum Nachdenken bringen. Ich möchte diesen Beitrag nutzen, um die Erwartungshaltungen abzufragen - sowohl in der Rolle als Organisator als auch als Teilnehmer. Ich bin gespannt, was ich von euren Ansichten lernen kann.
Wenn ich in meine eigenen vier Wände einlade, öffne ich meinen persönlichen Schutzraum. Daher gilt für mich das Prinzip: Meine Aktivität, meine Regeln.
- Die Auswahl: Die Zusammensetzung ist entscheidend, damit die Dynamik am Tisch passt. Natürlich spielt Sympathie eine Rolle – es gibt Menschen, mit denen man einfach eine besonders gute Zeit hat, und diese sind bei mir auch öfters willkommen. Dennoch achte ich auf eine Mischung. Ich möchte verhindern, dass eine "eingeschworene Gruppe" aus fünf Leuten entsteht, in der sich eine neue, sechste Person völlig fremd oder gar "spooky" vorkommt. Das Ziel ist eine offene Atmosphäre, kein geschlossener Zirkel.
- Kein Freifahrtschein: Eine frühere Teilnahme ist keine Garantie für die Zukunft. Ich schätze es sehr, wenn jemand ein weiteres mal kommen möchte, aber ich wehre mich gegen das Gefühl, jemanden annehmen zu müssen, nur weil er schon ein paar Mal da war. Wenn man sich ohnehin schon super kennt, kann man sich privat treffen – eine öffentliche Aktivität auf GE sollte meiner Meinung nach den Geist der neuen Begegnung behalten.
- Interessenten & Warteliste: Ein "Interessent" möchte im Loop bleiben, aber ich sehe mich nicht in der Pflicht, diese Leute aktiv zu kontaktieren. Die Warteliste betrachte ich hingegen als verbindliches Signal: "Ich habe mir Zeit genommen und möchte dabei sein."
- Der Auswahlprozess (Anfrage ≠ Zusage): Mir ist bewusst, dass es enttäuschend sein kann, wenn eine Anfrage nicht bestätigt wird. Doch gerade weil ich mein Zuhause öffne, entscheide ich sehr selektiv. Das ist keine Abwertung einer Person, sondern oft eine Entscheidung für eine ganz bestimmte Gruppendynamik oder schlicht ein Bauchgefühl. Ich sehe mich nicht in der Pflicht, jede Ablehnung detailliert zu begründen – so wie ich auch von niemandem erwarte, dass er sich rechtfertigt, wenn er an meiner Aktivität kein Interesse hat. Gegenseitiger Respekt bedeutet für mich auch, ein „Nein“ oder ein Schweigen nicht persönlich zu nehmen.
Meine Perspektive als Teilnehmer
Wenn ich selbst Gast bin, ist mein Ziel: Dem Gastgeber so wenig Aufwand wie möglich zu bereiten.
- Ich verstehe, dass der Organisator kein Eventmanager ist. Er macht das freiwillig in seiner Freizeit und hat - genau wie ich - ein Leben ausserhalb von GE.
- Wenn ich mich für eine Aktivität anmelde, habe ich keine Erwartung, dass ich zwingend angenommen werde. Ich frage an und freue mich riesig, wenn es klappt - aber ich akzeptiere es ohne Groll, wenn ich nichts höre oder eine Absage erhalte. Es ist nicht meine Aktivität. Es ist die des Organisators.
- Ich stelle keine Sonderwünsche (Essen/Logistik/Platz für Freude reservieren), da ich die Freiwilligkeit und die Zeit des Organisators schätze - es ist egal, was es für eine Aktivität ist.
- Ich blockiere mir den Termin fest im Kalender, auch wenn ich noch auf der Warteliste stehe. Wenn ich den Termin anders vergebe, dann gehe ich auch aus der Warteliste wieder raus.
- Natürlich kann immer etwas dazwischenkommen. Aber je kurzfristiger die Absage, desto grösser der Aufwand für den Gastgeber: Man hat bereits eingekauft, Tickets besorgt oder Vorbereitungen getroffen. Kurzfristige Absagen zwingen den Organisator dazu, sich auch noch um Ersatz zu kümmern. Unter der Woche. Tagsüber. Während man arbeitet. Das spricht gegen meinen Grundsatz des "minimalen Aufwands"
- Mir ist bewusst, dass eine sehr kurzfristige Absage einen bleibenden Eindruck, ein "Geschmäckle", hinterlässt. Wenn ich kurzfristig abspringe, muss damit rechnen, dass der Organisator sich beim nächsten Mal zweimal überlegt, ob er mich noch einmal annimmt. Ich weiss das und akzeptiere das, falls das so ist.
Eure Meinung & Erfahrungen: Ich möchte lernen!
Da ich mich verbessern möchte, interessieren mich eure Perspektiven:
- Die Warteliste: Seht ihr das als unverbindliche Option oder als fest geblockten Termin?
- No-Shows & Kurzfristigkeit: Wie geht ihr mit Absagen kurz vor Beginn (< 12 Stunden) um? Kann das passieren und Schwamm drüber oder ist das eine Red Flag für die Zukunft - oder irgend etwas dazwischen?
- Die Auswahl: Akzeptiert ihr ein "passt diesmal nicht" des Gastgebers ohne Groll, oder erwartet ihr eine detaillierte Begründung für eine Ablehnung?
- Wartelisten-Hopping: Was denkt ihr über Teilnehmer, die nachrücken könnten, dann aber absagen, weil sie kurzfristig etwas "Besseres" gefunden haben?
Jenseits von richtig und falsch gibt es einen Ort. Dort treffen wir uns.