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  • Gastfreundschaft vs. Erwartungsdruck: Ein Blick hinter die Kulissen

    Diskussion · 6 Beiträge · 11 Gefällt mir · 358 Aufrufe

    Hallo zusammen,

     

    ich lade immer wieder mal Menschen zu mir nach Hause ein und koche für sie. Erst gestern hatten wir wieder einen tollen Fondue-Abend, es war super lustig und genau diese Erlebnisse sind der Grund, warum ich das so gerne mache. Gut; bisschen Käse warm machen ist jetzt auch kein aufwändiges Kochen. Mir ist es wichtig, dass sich alle bei mir wie zu Hause fühlen, schnattern, geniessen und einen unbeschwerten Abend verbringen.

     

    Dabei werde ich immer wieder mit Situationen konfrontiert, die mich zum Nachdenken bringen. Ich möchte diesen Beitrag nutzen, um die Erwartungshaltungen abzufragen - sowohl in der Rolle als Organisator als auch als Teilnehmer. Ich bin gespannt, was ich von euren Ansichten lernen kann.

     

    Wenn ich in meine eigenen vier Wände einlade, öffne ich meinen persönlichen Schutzraum. Daher gilt für mich das Prinzip: Meine Aktivität, meine Regeln.

    • Die Auswahl: Die Zusammensetzung ist entscheidend, damit die Dynamik am Tisch passt. Natürlich spielt Sympathie eine Rolle – es gibt Menschen, mit denen man einfach eine besonders gute Zeit hat, und diese sind bei mir auch öfters willkommen. Dennoch achte ich auf eine Mischung. Ich möchte verhindern, dass eine "eingeschworene Gruppe" aus fünf Leuten entsteht, in der sich eine neue, sechste Person völlig fremd oder gar "spooky" vorkommt. Das Ziel ist eine offene Atmosphäre, kein geschlossener Zirkel.
    • Kein Freifahrtschein: Eine frühere Teilnahme ist keine Garantie für die Zukunft. Ich schätze es sehr, wenn jemand ein weiteres mal kommen möchte, aber ich wehre mich gegen das Gefühl, jemanden annehmen zu müssen, nur weil er schon ein paar Mal da war. Wenn man sich ohnehin schon super kennt, kann man sich privat treffen – eine öffentliche Aktivität auf GE sollte meiner Meinung nach den Geist der neuen Begegnung behalten.
    • Interessenten & Warteliste: Ein "Interessent" möchte im Loop bleiben, aber ich sehe mich nicht in der Pflicht, diese Leute aktiv zu kontaktieren. Die Warteliste betrachte ich hingegen als verbindliches Signal: "Ich habe mir Zeit genommen und möchte dabei sein."
    • Der Auswahlprozess (Anfrage ≠ Zusage): Mir ist bewusst, dass es enttäuschend sein kann, wenn eine Anfrage nicht bestätigt wird. Doch gerade weil ich mein Zuhause öffne, entscheide ich sehr selektiv. Das ist keine Abwertung einer Person, sondern oft eine Entscheidung für eine ganz bestimmte Gruppendynamik oder schlicht ein Bauchgefühl. Ich sehe mich nicht in der Pflicht, jede Ablehnung detailliert zu begründen – so wie ich auch von niemandem erwarte, dass er sich rechtfertigt, wenn er an meiner Aktivität kein Interesse hat. Gegenseitiger Respekt bedeutet für mich auch, ein „Nein“ oder ein Schweigen nicht persönlich zu nehmen.

    Meine Perspektive als Teilnehmer
    Wenn ich selbst Gast bin, ist mein Ziel: Dem Gastgeber so wenig Aufwand wie möglich zu bereiten.  

    • Ich verstehe, dass der Organisator kein Eventmanager ist. Er macht das freiwillig in seiner Freizeit und hat - genau wie ich - ein Leben ausserhalb von GE.
    • Wenn ich mich für eine Aktivität anmelde, habe ich keine Erwartung, dass ich zwingend angenommen werde. Ich frage an und freue mich riesig, wenn es klappt - aber ich akzeptiere es ohne Groll, wenn ich nichts höre oder eine Absage erhalte. Es ist nicht meine Aktivität. Es ist die des Organisators. 
    • Ich stelle keine Sonderwünsche (Essen/Logistik/Platz für Freude reservieren), da ich die Freiwilligkeit und die Zeit des Organisators schätze - es ist egal, was es für eine Aktivität ist. 
    • Ich blockiere mir den Termin fest im Kalender, auch wenn ich noch auf der Warteliste stehe. Wenn ich den Termin anders vergebe, dann gehe ich auch aus der Warteliste wieder raus. 
    • Natürlich kann immer etwas dazwischenkommen. Aber je kurzfristiger die Absage, desto grösser der Aufwand für den Gastgeber: Man hat bereits eingekauft, Tickets besorgt oder Vorbereitungen getroffen. Kurzfristige Absagen zwingen den Organisator dazu, sich auch noch um Ersatz zu kümmern. Unter der Woche. Tagsüber. Während man arbeitet. Das spricht gegen meinen Grundsatz des "minimalen Aufwands"
    • Mir ist bewusst, dass eine sehr kurzfristige Absage einen bleibenden Eindruck, ein "Geschmäckle", hinterlässt. Wenn ich kurzfristig abspringe, muss damit rechnen, dass der Organisator sich beim nächsten Mal zweimal überlegt, ob er mich noch einmal annimmt. Ich weiss das und akzeptiere das, falls das so ist.  

    Eure Meinung & Erfahrungen: Ich möchte lernen!
    Da ich mich verbessern möchte, interessieren mich eure Perspektiven:

    1. Die Warteliste: Seht ihr das als unverbindliche Option oder als fest geblockten Termin?
    2. No-Shows & Kurzfristigkeit: Wie geht ihr mit Absagen kurz vor Beginn (< 12 Stunden) um? Kann das passieren und Schwamm drüber oder ist das eine Red Flag für die Zukunft - oder irgend etwas dazwischen? 
    3. Die Auswahl: Akzeptiert ihr ein "passt diesmal nicht" des Gastgebers ohne Groll, oder erwartet ihr eine detaillierte Begründung für eine Ablehnung?
    4. Wartelisten-Hopping: Was denkt ihr über Teilnehmer, die nachrücken könnten, dann aber absagen, weil sie kurzfristig etwas "Besseres" gefunden haben?

    Jenseits von richtig und falsch gibt es einen Ort. Dort treffen wir uns. 

     

    Gestern, 13:20 - Zuletzt bearbeitet Gestern, 13:36.

Beiträge

  • Heute, 16:15

    Danke für deine ausführlichen Gedanken zum Thema. Ich finde es legitim, als Gastgeber*in die Gruppe so zusammenzustellen, wie du es für passend findest. 

    Besonders löblich ist der Hinweis auf die Offenheit bezüglich neuen Begegnungen. Ich hatte das schon häufiger, dass sich eine eingeschworene Gruppe trifft, die gar keine Lust auf neue Leute vermittelt. Da frage ich mich dann, warum man sich nicht privat trifft.

    Nicht für ein Event angenommen zu werden, obwohl noch 5 Plätze frei sind, und ich die Person nicht kenne, verwundert mich manchmal schon. Das kann ich akzeptieren, verstehe es aber nicht.

    Warteliste sehe ich auch eher als Interesse an der Veranstaltung, aber ich halte mir den Termin nicht unbedingt frei, gerade vei Events, die noch Wochen hin sind.

    Ich musste auch schon kurzfristig absagen. Ich begründe die Absage dann aber auch. Dies nicht zu tun, empfinde ich äußerst unhöflich.

    Hilfreich sind für mich Beschreibungen, welche Leute gesucht sind, wenn man denn ohnehin eine bestimmte Personengruppe sucht oder eine bestimmte Gruppenzusammenstellung.

    Was ich überhaupt nicht leiden kann, sind die Partyhopper, die sich für 3 Veranstaltungen anmelden, die parallel stattfinden und sich dann spontan das für sie Beste raussuchen. Das ist egal bei Riesenevents, aber bei kleinerer Gruppe oder Events mit Reservierungen ist das für mich daneben.

  • Gestern, 21:14

    Salut Uwe

    Besten Dank für diesen reflektierten Beitrag und das Teilen deiner Gedanken.

     

    Sehe es genau so, als Organisator schaffst du ein Angebot. Es gibt kein Anrecht auf eine Teilnahme. Du als Gastgeber bestimmst die Regeln - wer das nicht akzeptieren kann/will, hat die Freiheit einen eigenen Anlass zu organisieren.

     

    Bei meinen Anlässe die ich organisiere, definiere ich die Abmelderegeln transparent im Voraus, welche für alle in der Anlassbeschreibung einsehbar sind. Mit der Anmeldung verpflichtet man sich diese Regeln zu akzeptieren (oder man meldet sich halt nicht an).

    Das jemand Mal kurzfristig absagen muss, passiert halt im Leben. Meine Erwartungen ist dann, dass man sich meldet und ein Grund schreibt (#Höfflichkeit). Noshows blockiere ich direkt.

     

    Warteliste-Shopping sehe ich weniger problematisc, solange jemand sich genug früh wieder aktiv abmeldet, wenn er/sie nicht kommen kann. Bei sehr kurzfristigen Warteliste-Annahmen, frage ich kurz nach, ob weiterhin Interesse an einer Teilnahme besteht, um im Vorfeld Missverständnisse zu umgehen.

     

    Ich hoffe ich konnte deine Fragen zufriedenstellend beantworten.

     

    Besten Dank

  • Gestern, 16:08

    Warteliste ist für mich unverbindlich. Absolut legal, weiter zu suchen... und dann eben nicht nachrücken zu können. Allerdings lösche ich mich dann auch aus der Liste.

     

    Kurzfristig absagen: Musste ich auch schon. Es gibt auch ehrliche Menschen wie ich, die dann zum Beispiel wirklich krank sind.

     

    Als Organisator ist das lästig, vor allem wenn man dann zufällig sieht, dass die Person woanders teilnimmt- von wegen krank sein oder Unfall haben oder so ;-)). Nun ja, lieber motivierte Leute! Aber es gibt schon immer mehr, die entscheiden nach kurzfristigem Lustprinzip. Echt mühsam. Ich habe auch schon Personen gesperrt: Mühsames Hin- und Herschreiberei im Vorfeld und dann doch nix, worauf man übrigens schon im Vorfeld hätte wetten und setzen können.

     

    Bezüglich Warteliste und so: Ich bezahle das Abo hier und so kann man die Konditionen nutzen. Du kannst die Teilnehmer ausblenden, Wartelisten und so auch. Das nimmt Dir den Wind im Vorfeld aus den Segeln. Ich selber bin zwar nicht Fan davon, wenn Teilnehmer nicht sichtbar sind, aber private Einladungen ist doch etwas anderes, vor allem wenn man es oft macht. Du kannst ja aber Teilnehmer, die schon mal bei Dir waren, auch direkt anschreiben und einladen, ohne es zu veröffentlichen.

     

    Und nein, abgelehnt ist abgelehnt. Eine Begründung finde ich nicht zwingend, aber eigentlich schon höflich und anständig.

     

    Ah, sehe gerade, Elena spricht auch das Tratschen an: Das existiert leider wirklich. Nun, ich selber bin da etwas vorsichtig mit dem Beurteilen, was alles so geplaudert wird. Viele Leute sind schnell voreingenommen, fairerweise müsste man nämlich die betroffene Person auch um ihre Sicht der Dinge fragen.

     

    Lieber Uwe, hiermit hast Du mal eine Stimme gehört zum Thema. Beste Grüsse Nanda

  • Gestern, 16:06 - Zuletzt bearbeitet Gestern, 16:18.

    Im grossen und ganzen bin ich deiner Meinung. Bei kurzfristigen Absagen ,sollte man Bedenken das immer und zu jeder Zeit etwas dazwischen kommen kann.Eine kurze Mitteilung von dem der ausfällt sollte machbar sein. Ob es dann stimmt oder nicht ,sei dahingestellt.Kann es ja nicht überprüfen.Im Zweifel immer für den "Angeklagten " :-) Eventuell ist man aber je nach Situation (Unfall,Koma, usw.) erst nachTagen oder Wochen oder auch gar nicht mehr in der Lage sich zu melden.

    Wenn kurzfristige Absagen von der selben Person sich jedoch häufen,dann entweder ein klärendes Gespräch suchen oder ausschliessen.

    Nur meine Meinung:-)

  • Gestern, 13:44 - Zuletzt bearbeitet Gestern, 13:45.

     

    Uwe:

    undefined

    1. Unverbindliche Option. Deine Aktivität - du wählst aus.

    2. Wenn dies mehrere Male vorkommt 🚩

    3. Am besten vorab schreiben, ggf. Auswahlkriterien eingeben, welche Leute für die Aktivität bevorzugt werden, sonst schrecken die Absagen ab und dies spricht sich herum. Die Teilnehmer wollen schon eine gewisse Offenheit und gleichzeitig die Regeln, die die unangenehmen Leute ausschliessen.

    4. Spontan dazukommen - definitiv ja (Spontacts), kurzfristig absagen, ständig hin und her hoppen- nein.

  • Gestern, 13:43

    Vielen Dank für deinen ausführlichen und offenen Beitrag! Ich finde es sehr wertvoll, wie klar du deine Sicht als Gastgeber und Teilnehmer darstellst – das schafft Transparenz und vermeidet Missverständnisse.

    Zu deinen Punkten:

    Warteliste: Ich sehe sie persönlich eher als verbindliche Absichtserklärung: Wer auf der Warteliste steht, signalisiert echtes Interesse, und es ist fair, dies ernst zu nehmen. Gleichzeitig verstehe ich, dass unvorhergesehene Dinge passieren können – das Leben ist selten planbar, jedoch ärgerlich für dich.

     

    No-Shows & kurzfristige Absagen: Für mich ist es ein Zeichen von Respekt, kurzfristige Absagen zu vermeiden. Wenn es aber einmal passiert, sehe ich es nicht automatisch als „Red Flag“. Entscheidend ist, wie häufig es vorkommt und ob es die Organisation regelmässig belastet.

     

    Auswahl & Absagen: Ich akzeptiere ein „passt diesmal nicht“ des Gastgebers völlig ohne Groll. Die Gründe müssen nicht erklärt werden – Bauchgefühl und Gruppendynamik sind völlig legitime Faktoren. Aber da ist jeder verschieden.

     

    Wartelisten-Hopping: Ich finde es eher problematisch, wenn jemand aufrückt und dann kurzfristig absagt, weil es andere Optionen gibt. Das kann den Gastgeber in der Vorbereitung belasten. Gleichzeitig ist auch hier Verständnis angebracht, solange es nicht zur Regel wird.

    Alles in allem finde ich deinen Ansatz sehr fair: Du schützt deinen persönlichen Raum, achtest auf eine offene Atmosphäre und setzt klare, respektvolle Regeln. Ich denke, wer diese Haltung versteht, fühlt sich eingeladen und wertgeschätzt, selbst wenn er mal nicht ausgewählt wird.

    Danke, dass du das Thema so reflektiert angehst – das ist nicht selbstverständlich!

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