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  • Eine Frage der Moral oder der Zahl

    Diskussion · 31 Beiträge · 2 Gefällt mir · 662 Aufrufe

    Ich habe kürzlich ein Buch gelesen, in dem folgendes Gedankenexperiment vorkam:

    Ein Zug fährt unaufhaltsam auf eine Gruppe von fünf Menschen zu. Man kann den Zug nicht mehr stoppen, die einzige Möglichkeit wäre, ihn umzuleiten – aber auf dem anderen Gleis steht eine einzelne Person.


     

    Wie würde man sich entscheiden?

    Leitet man den Zug um und opfert einen Menschen, um fünf zu retten, oder lässt man das Schicksal seinen Lauf nehmen?


     

    Ich denke, viele würden sich rational dafür entscheiden, den Zug umzuleiten. Aber jetzt wird es problematisch:

    Was, wenn auf dem anderen Gleis deine Mutter steht? Oder deine Partnerin? Oder eines deiner Kinder?


     

    Würdest du dann immer noch rational entscheiden – oder emotional?

    Und ist eine Entscheidung, die man aus Liebe trifft, moralisch „falscher“ als eine, die man rein logisch trifft?


     

    22.01.26, 20:37

Beiträge

  • Heute, 10:38

    Du hast völlig Recht, dass jeder weiter scrollen kann, wenn ein eingestelltes Thema ihr/ihm nicht gefällt. Was ich nicht verstehe: Warum wirst du auch in diesem Beitrag schon wieder beleidigend mit dem Satz"....ein anspruchsvolleren psychologisches Thema [eingestellt wird,] das vielleicht einige überfordert"??? Schon in einem deiner vorigen Beiträge war die Rede von - sinngemäß zusammengefasst - "zu herausfordernd und nicht über die Zehenspitzen schauen..." Führt man so eine anspruchsvolle Diskussion???

  • Heute, 09:52 - Zuletzt bearbeitet Heute, 09:53.

     

    Waldgeist:

     

    Stefan:

     

    Hab gerade noch mal alle Beiträge angeschaut. Wo bitte verbietet dir irgendjemand, was du für Beiträge erstellen darfst? Kann es sein, dass du dir da gerade selbst was ein redest?

    Ich habe auch nicht gesagt, dass mir konkret jemand etwas verboten hat. Es ging mir um den allgemeinen Ton in manchen Reaktionen, wo sinngemäß vermittelt wird, welche Themen hier „passen“ und welche angeblich nicht. Genau darauf habe ich mich bezogen !  

     

    Mit dem zuvor von mir zitierten Abschnitt implizierst du aber genau das. Nächstes Mal also besser schreiben was du wirklich meinst.

     

    Wie unten schon erwähnt, wirkst du einfach enttäuscht, dass dein Thema nicht die positiven Reaktionen ausgelöst hat, die du dir erhofft hast. Trotzdem sind die Beiträge allesamt sachlich und nirgendwo beleidigend o.Ä. gewesen. Manchmal kann man das auch einfach akzeptieren anstatt ein wenig "eingeschnappt" zu reagieren mit Aussagen wie (sinngemäß) "ihr seid nicht Klug genug für das Thema" oder "das ist viel zu herausfordernd".

     

    Du selbst gibst den allgemeinen Ton vor!

  • Heute, 03:29

     

    Stefan:

     

    Waldgeist:

     Ich lasse mir definitiv nicht vorschreiben, was ich einstellen darf. Entscheidend ist allein der Support, der bestimmt, was zulässig ist und was nicht. 🙋‍♂️

    Hab gerade noch mal alle Beiträge angeschaut. Wo bitte verbietet dir irgendjemand, was du für Beiträge erstellen darfst? Kann es sein, dass du dir da gerade selbst was ein redest?

    Ich habe auch nicht gesagt, dass mir konkret jemand etwas verboten hat. Es ging mir um den allgemeinen Ton in manchen Reaktionen, wo sinngemäß vermittelt wird, welche Themen hier „passen“ und welche angeblich nicht. Genau darauf habe ich mich bezogen !  


     

  • Gestern, 23:21

     

    Waldgeist:

     Ich lasse mir definitiv nicht vorschreiben, was ich einstellen darf. Entscheidend ist allein der Support, der bestimmt, was zulässig ist und was nicht. 🙋‍♂️

    Hab gerade noch mal alle Beiträge angeschaut. Wo bitte verbietet dir irgendjemand, was du für Beiträge erstellen darfst? Kann es sein, dass du dir da gerade selbst was ein redest?

  • Gestern, 22:26

    Vielleicht noch etwas und es 

    wurde kritisiert, dass psychologische Themen hier angeblich zu tief oder überfordernd seien, während gleichzeitig sehr oberflächliche Themen wie Beziehung nähe ohne Sex oder Probleme mit Kontaktanfragen problemlos diskutiert werden. Meiner Meinung nach ist es meine persönliche Entscheidung, worüber ich hier schreibe und niemand wird gezwungen diesen Text zu lesen oder sich einzubringen . Wer etwas nicht lesen möchte, kann einfach weiter scrollen ! 

     

    Auf dieser Plattform gibt es ohnehin schon viele oberflächliche Themen, wie etwa alles für die Katz und  man kann auch das Bäumchen schütteln. Demnach dürfte für jeden etwas dabei sein. Deshalb sollte es niemanden stören, wenn ab und zu ein anspruchsvolleres psychologisches Thema eingestellt wird, das vielleicht einige überfordert. Viele vergessen dabei, dass sie selbst Gäste auf dieser Plattform sind. Ich lasse mir definitiv nicht vorschreiben, was ich einstellen darf. Entscheidend ist allein der Support, der bestimmt, was zulässig ist und was nicht. 🙋‍♂️


     

  • Gestern, 22:09

    Ich  habe schon erwähnt,  dass ich das Problem aus einem Buch entnommen habe. 
    In dem Kriminalroman steht im Epilog ein moralisches Gedankenexperiment, das dem Trolley-Problem oder einer Triage-Situation ähnelt. Dieser Epilog ist nicht nur ein formaler Nachtrag, sondern der eigentliche Auslöser, der im Nachhinein erklärt, warum die verschiedenen Täter die Serienmorde begehen. Erst am Ende des Romans wird deutlich, dass dieses Dilemma die zentrale Motivation der Täter darstellt.


     

    Das klassische Trolley-Problem greift dabei jedoch zu kurz, weil es sich nur auf die Entscheidung selbst konzentriert, also auf die Frage, ob man fünf Menschen sterben lässt oder eine Person opfert, und nicht auf die moralischen und psychologischen Folgen danach. Besonders problematisch ist, dass auch die gerettete Person indirekt moralisch belastet wird, da sie mit dem Wissen leben muss, dass ihr Leben auf Kosten eines anderen gerettet wurde. Diese Form von Schuld oder Gewissenslast wird im ursprünglichen Modell meist ausgeblendet.


     

    Gerade diese ausgeblendete Ebene macht das Dilemma so realistisch und verstörend: Jede Entscheidung, auch das Nicht-Eingreifen, erzeugt Verantwortung und Schuld. Wer entscheidet, wird zwangsläufig zum Mitverantwortlichen. Der Roman nutzt genau diesen Gedanken und führt ihn radikal weiter, indem die Täter andere Menschen in solche Situationen zwingen und damit zeigen wollen, dass moralische Unschuld in solchen Extremsituationen nicht existiert.


     

    Damit wird das Trolley-Dilemma im Epilog nicht nur als philosophische Idee verwendet, sondern als erzählerischer Schlüssel, der die gesamte Gewalt des Romans rückwirkend verständlich macht.


     

  • Gestern, 20:23

    Ich kenne das Beispiel von einem Seminar, bei dem wir entscheiden sollten wer ein lebenswichtiges Gerät bekommt. Sinngemäß einer junger Mann, der kurz vor der Hochzeit steht und im Begriff ist ins Leben zu starten. Eine Mutter von 5 Kindern oder ein Wissenschaftler, der kurz vor einer Entdeckung steht, die vielen Menschen das Leben retten kann. Rational der Wissenschaftler, der vielen Menschen das Leben retten kann aber Menschen entscheiden zum Glück nicht rational. Ich fürchte mich vor dem Zeitpunkt wenn vor allem in der Militärtechnologie eine KI entscheidet wer getötet werden soll.

  • Gestern, 19:58

    Da kommt der Egoismus ins Spiel oder?  Auf einmal sind Menschen nicht logisch addierbare Zahlen sondern haben unterschiedlichen Wert. Ist eine Entscheidung aus Liebe und Sympathie unfair oder nur menschlich? Wer sagt dass wir moralisch richtig handeln muessten? Vllt ist der Fehler auch zu denken dass eine Entscheidung richtiger als die andere ist. Was wäre wenns 5 sehr alte Menschen wären die eh in den naechsten Tagen sterben und auf der anderen Seite ein Kind steht?

  • An anderer Stelle hatten wir das Thema schon mal diskutiert und im Wiki- Link sind auch 
    Beispiele für ähnliche Fallbeschreibungen etwa dass Terroristen ein vollbesetztes Flug-
    zeug gekapert haben und drohen damit in ein vollbesetztes Stadion zu fliegen, würdest 
    Du die Maschine abschießen oder darauf Hoffen, dass sie das Stadion eventuell nicht 
    treffen bzw. zur Einsicht kommen das ihr Terror keinen Sinn hat, lieber Waldgeist? 

  • Gestern, 14:20

     

    Anne:

    Egal, wie man dazu steht, ob hier der richtige Platz für eine solche Diskussion ist - der richtige Platz für Sticheleien und unsachliche Reaktionen sollte hier auf keinen Fall sein! Schade, dass so häufig nicht sachlich kommuniziert wird.  

    Stimmt. Danke Dir. Du hast es verstanden. 

  • Gestern, 14:18

    Egal, wie man dazu steht, ob hier der richtige Platz für eine solche Diskussion ist - der richtige Platz für Sticheleien und unsachliche Reaktionen sollte hier auf keinen Fall sein! Schade, dass so häufig nicht sachlich kommuniziert wird.  

  • Gestern, 13:32

    Welches Buch war das? 

  • Gestern, 12:28 - Zuletzt bearbeitet Gestern, 12:29.

    Für philosophische Diskussionen gibt es hier doch auch Gruppen: 

     

    Der philosophische Treff

     

    Du kannst auch Zoom Calls mit mehreren Leuten veranstalten und über ein Thema diskutieren. 

  • Gestern, 09:43

    Wenn noch Zeit ist, den Zug umzuleiten, ist auf jeden Fall auch Zeit, die Leute vom Gleis zu vertreiben. 

  • Gestern, 09:35

    Lieber Waldgeist, 

    dieses Szenario was Du hier beschreibst, nennt man "Triage" und jeder, der immer noch rückblickend die Maßnahmen die zur Vorbeugung gegen die Ausbreitung von Corona kritisch hinterfragt, der hat den eigentlichen Grund nicht verstanden... denn es war genau den einer Triage zu vermeiden. 
    Damals musste dieses Szenario in Italien mehrfach angewandt werden. 

     

    Ich weiß genau wie ich in obigen Szenario handeln würde... aber dies ist meine ganz persönliche Einstellung und werde ich hier nicht öffentlich diskutieren. 

  • Gestern, 09:23

     

    Waldgeist:

     

    Gebe dir aber recht vielleicht war es zu viel verlangt in diesem Forum diese Frage zu stellen ! meine Frage war zu herausfordernd und nur bestimmt für Menschen die über Zehenspitzen denken können …!  Man muss ja nicht darauf antworten ..

     

    Diskussionen eröffnen darf jeder, man sollte aber auch akzeptieren (ohne zu sticheln), dass nicht jedes Thema auf einer Freizeitplattform Anklang finden muss - vor allem wenn es um ein bereits vielen bekanntes Gedankenexperiment geht, welches, aufgrund der moralischen Komplexität, nur mit viel Aufwand "schriftlich" zu diskutieren ist. 

     

    Davon ab hast du es leider nicht mal selbst geschafft, deine Meinung kundzutun. Sind deine Zehenspitzen etwa zu lang?

  • Gestern, 09:01

    Ich tendiere zu Umleiten und hoffe, dass unter den geretteten ein guter Anwalt ist.

  • Gestern, 00:39

     

    Schwarzgelber Mutbürger:

    Angesichts der Weltlage wäre es sicher spannender gewesen, die Frage den Verhältnissen anzupassen, aber es steht ja jedem frei seine Diskussionsbeiträge so zu gestalten wie er will...

    Gebe dir aber recht vielleicht war es zu viel verlangt in diesem Forum diese Frage zu stellen ! meine Frage war zu herausfordernd und nur bestimmt für Menschen die über Zehenspitzen denken können …!  Man muss ja nicht darauf antworten ..

  • Gestern, 00:32

     

    Schwarzgelber Mutbürger:

    Angesichts der Weltlage wäre es sicher spannender gewesen, die Frage den Verhältnissen anzupassen, aber es steht ja jedem frei seine Diskussionsbeiträge so zu gestalten wie er will...

     

    verstehe nicht was du meinst, aber es war eben nur ein Thread , der zum nach nachdenken anregen sollte…

  • Angesichts der Weltlage wäre es sicher spannender gewesen, die Frage den Verhältnissen anzupassen, aber es steht ja jedem frei seine Diskussionsbeiträge so zu gestalten wie er will...

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