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  • Alles ist möglich, aber ich warte nochmal ab.

    Diskussion · 6 Beiträge · 2 Gefällt mir · 313 Aufrufe
    Fritz aus Edingen-Neckarhausen

    Irgendwann waren sie plötzlich da: Infinity Pools. Sie waren überall, in Hotels und Resorts, am Meer, in den Bergen, zwischen Weinreben und auf Dachgärten über Großstädten. Und in ihnen spiegelt sich, glaube ich, nicht nur die umgebende Landschaft. In ihnen spiegelt sich unser ganzes Leben.

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    Manche nennen unsere Zeit das 21. Jahrhundert. Ich nenne sie: Infinity. Sie ist das Zeitalter nie versiegender Optionen, des Alles-ist-möglich-aber-ich-warte-nochmal-ab, der Gefühle mit unbegrenztem Haltbarkeitsdatum und des Lebensgefühls, das keinen Punkt kennt und nicht auf den Punkt kommt.

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    Die Unendlichkeit hat sich in unser Leben geschlichen, ganz leise, ohne dass wir es gemerkt hätten. Begann es mit Techno, der minimalistischen Endlosschleife, die den fest umrissenen Song aufgelöst und ins Nichtendenwollende verlängert hat? Oder erst mit den All-you-can-eat-Buffets der Neunzigerjahre? Hat es in der bildenden Kunst angefangen, in der etwa Katharina Grosse, eine der wichtigsten Malerinnen unserer Zeit, keine Rahmen mehr kennt und ganze Felder, Dächer, riesige Räume mit Farben besprüht?

     

    Serien sind das bekannteste und krasseste Indiz dafür, dass sich unsere Zeit Richtung Ewigkeit ausdehnt. Sie schenken uns den Glauben, unendlich über die Zeit verfügen zu können, die Vorstellung, dass Zeit womöglich gar nicht vergeht. Denn morgen kommt ja noch ein Tag, und noch bin ich jung, denn 40 ist das neue 30. Mein eigenes Verhalten ist das perfekte Indiz dafür: Während ich Serien schaue, warte ich nur auf bessere Zeiten.

     

    Ich warte auch noch mal ab. Und Du?

     

     

    26.01.26, 08:03 - Zuletzt bearbeitet 26.01.26, 08:10.

Beiträge

  • 27.01.26, 18:48

    ich bin fasziniert von diesen Bildern 👏👏

  • 26.01.26, 10:23

     

    Fritz:

    So schreib dein Leben auf ein Stück Papier
    Und warte bis die Zeit vergeht

    Déjà vu, déjà vu, déjà vu

     

    stück papier.jpg

     

     

    Das ist gar nicht schlecht, so ein Lebenskonzept. 

     

    Manche leben intensiv nach außen, manche haben ein intensives Innenleben und vielleicht erschaffen jetzt ein Buch, das viele berührt. Unsere Zeiten sind geprägt von extrovertierten Menschen und unserer Bewunderung für sie. Egal wie und was - Hauptsache laut, äußerlich attraktiv, catchy, schnell. Inhalt? Egal...

     

    Schlim ist, einfach zu sitzen, etwas zu wollen und es nicht zu tun, weil die Auswahl so groß erscheint. Oder die Angst dir sagt - nein, du schaffst das nicht. Womöglich nicht, aber wenn du nicht versuchst, hast du dich jede Chance beraubt, es zu schaffen.

     

     

  • So schreib dein Leben auf ein Stück Papier
    Und warte bis die Zeit vergeht

    Déjà vu, déjà vu, déjà vu

     

    stück papier.jpg

     

     

  • If life's little downs, they keep coming around
    Carry on, carry on
    With darkness all about, you want to scream and shout
    Carry on, carry on

    Don't cry baby, look at where you've been
    Everybody knows you just need a friend
    Please, please, please, if you're down on your knees
    Carry on, carry on

    Your head is full of doubt, you can't figure it out
    Carry on, carry on
    Between the time it takes to make all those mistakes
    Carry on, carry on

    It don't matter what you say or do
    It just seems to work out if you want it to
    Let out all the slack, take it off your back
    Carry on, carry on

  •  

    Ola:

    Nö..no.. nein..

    Ich warte nicht ab. Ich weiß, dass es ein morgen gibt, aber ich weiß nicht, ob für mich.

     

    Ich schaue keine Serien. Ich möchte nicht beobachten, wie die Menschen leben. Ich will selbst leben. Auch wenn das oft weh tut.

    Wow das klingt super!

    Und das ist eine gute Frage: "ob für mich"

    Ich meine, man frau kann mehr tun, als nur zu schauen "ob für mich"

    Man frau kann es "für sich (mit)machen"

    Aber leicht ist das nicht.

    Ich finde das toll, wie du das machst.

  • 26.01.26, 08:21 - Zuletzt bearbeitet 26.01.26, 08:22.

    Nö..no.. nein..

    Ich warte nicht ab. Ich weiß, dass es ein morgen gibt, aber ich weiß nicht, ob für mich.

     

    Ich schaue keine Serien. Ich möchte nicht beobachten, wie die Menschen leben. Ich will selbst leben. Auch wenn das oft weh tut.

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