Und irgendwie ist hat sich’s ja nu auch bald ausgelacht – ist mal Schluss mit lustig, gell!?

Wenn also das Thema ist „Lachen, um nicht zu weinen …“, dann impliziert das ja: Das Weinen soll verhindert oder gebändigt oder versteckt werden. Es soll nicht geweint werden! Und dann stellt sich sogleich die Frage: Warum eigentlich nicht? Und damit sind wir erst mal beim Thema: Was hat es denn mit dem Weinen eigentlich auf sich? Warum weinen wir überhaupt? Und: Warum mögen wir das meistens nicht?
Der Mensch ist das einzig weinende Wesen. Soweit bekannt, produziert kein Tier emotionale Tränen. Tiere jaulen, heulen, winseln usw. aber sie weinen nicht.

Warum weinen wir Menschen? Diese Frage betrifft zum einen die Anlässe, also eigentlich: Wann weinen wir? Und zum anderen die Frage nach der Funktion oder den Funktionen. Als Anlässe werden in der Literatur meist genannt: Verluste aller Art, also beispielsweise der Tod einer nahen Bezugsperson, Trennungen, aber auch Verlust von wichtigen anderen Dingen wie Gesundheit, Arbeit oder der Möglichkeit bestimmter Zukunftsgestaltungen, einer bestimmten Vorstellung vom Selbst.
Aber warum weinen wir? Man kann natürlich wie John B. Watson (1928), namhafter Vertreter des frühen Behaviorismus, der Ansicht sein, dass Weinen schlicht unsinnig und schädlich ist, und durch zuviel Mutterliebe erzeugt werde. Watson riet dazu, Weinen selbst schon bei Kleinkindern und Säuglingen zu ignorieren, da sie sonst später sicher zu Neurotikern werden und den Rest ihres Lebens weinend bei Psychoanalytikern auf der Couch verbringen würden. In der Literatur finden sich üblicherweise folgende Funktionen des Weinens: physiologische Funktionen, intrapsychische Funktionen und interpersonelle Funktionen.
Physiologische Funktionen: Charles Darwin (1872) meinte beispielsweise, die Tränen seien ein Kühlsystem für durch Emotionen überhitzte Augen – also so eine Art Kühlwasser.

Weinst Du? Warum?

