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  • Miteinander sprechen IX

    Diskussion · 13 Beiträge · 3 Gefällt mir · 202 Aufrufe
    Fritz aus Edingen-Neckarhausen

    Guten Morgen,

     

    miteinander sprechen als Selbstzweck.

     

    Vielleicht zum Thema "Sein" und "Tun".

     

    Das ist ja hier so eine Art Erlebnis-Netzwerk, ein gemeinsam-etwas-unternehmen-Treffen-Plattform, die Aktivität, das "Tun" steht im Vordergrund und ist so was wie der Heilige Gral des Gemeinschaftserlebnisses und des Zusammenseins mit anderen.

     

    Heiliger Gral von Antiochia.jpg

     

    Jetzt kann ja dieses immer-tun-müssen, diese Aktivitätsbesessenheit, dieses atemlose Erreichen-wollen auch anstrengend, nervig sein, und irgendwie das Gefühl geben, so ganz ist es das nicht, was es verspricht. Und was ich will.

     

    atemlos durch die Nacht.jpg

    Und man könnte mal versuchen, miteinander zu sein. Ohne unter dem Druck stehen zu müssen, dann auch miteinander etwas tun zu müssen, um die unerträgliche Leere ausfüllen zu müssen, miteinander zu sein ohne etwas miteinander zu tun.

     

    Oder?

    Heute, 03:54 - Zuletzt bearbeitet Heute, 03:55.

Beiträge

  •  

    Maresa:

     

    Fritz:

     

    Ja, und nach meiner Beobachtung flüchten die meisten davor, und die "genehmigte" flucht ist eben die jeweilige aktivität.

    Denn wie könnte man protestieren, dass einem die aktivität nicht das wichtigste sei, weil man sich doch gerade für diese Aktivität angemeldet hat.

    Das wäre ja soweit alles in Ordnung, wenn man damit glücklich ist.

    Was ich aber beobachte ist, dass es fast allen nur darauf ankommt, wie sie sich mit den anderen fühlen und wie sie sich von ihnen behandelt fühlen.

    DAS macht eben DEN Unterschied:

    Wenn man mit jemandem gut und gerne IN "Stille" SEIN kann, sind Häufigkeit und Intensität gemeinsamer Aktivitäten nur DAS HINTER dem = ! Umgekehrt wird kein Schuh draus!

    Danke für den "Anstoß"!

    Zu zweit oder in einer Partnerschaft sollte das gut möglich sein.

    In einer Gruppe wird das schon deutlich schwieriger.

    "In stille" sein ist aber auch nicht das Ziel, der Heilige Gral, sondern "zu sein".

    Nun gut, so oder so:

    Das beachtenswerte aus meiner Sicht ist, dass fast alle das am meisten wollen, aber gleichzeitig fast alles dafür tun, das es nicht geschieht.

  • Heute, 18:55

     

    Fritz:

     

     

    DAS finde ich jetzt aber mal einen für mich sehr wertvollen Beitrag von Dir: Man muss mit den/dem Anderen IN "Stille" SEIN können, und sie ausdrücklich NICHT AUSHALTEN müssen!

    Ja, und nach meiner Beobachtung flüchten die meisten davor, und die "genehmigte" flucht ist eben die jeweilige aktivität.

    Denn wie könnte man protestieren, dass einem die aktivität nicht das wichtigste sei, weil man sich doch gerade für diese Aktivität angemeldet hat.

    Das wäre ja soweit alles in Ordnung, wenn man damit glücklich ist.

    Was ich aber beobachte ist, dass es fast allen nur darauf ankommt, wie sie sich mit den anderen fühlen und wie sie sich von ihnen behandelt fühlen.

    DAS macht eben DEN Unterschied:

    Wenn man mit jemandem gut und gerne IN "Stille" SEIN kann, sind Häufigkeit und Intensität gemeinsamer Aktivitäten nur DAS HINTER dem = ! Umgekehrt wird kein Schuh draus!

    Danke für den "Anstoß"!

  •  

     

    DAS finde ich jetzt aber mal einen für mich sehr wertvollen Beitrag von Dir: Man muss mit den/dem Anderen IN "Stille" SEIN können, und sie ausdrücklich NICHT AUSHALTEN müssen!

    Ja, und nach meiner Beobachtung flüchten die meisten davor, und die "genehmigte" flucht ist eben die jeweilige aktivität.

    Denn wie könnte man protestieren, dass einem die aktivität nicht das wichtigste sei, weil man sich doch gerade für diese Aktivität angemeldet hat.

    Das wäre ja soweit alles in Ordnung, wenn man damit glücklich ist.

    Was ich aber beobachte ist, dass es fast allen nur darauf ankommt, wie sie sich mit den anderen fühlen und wie sie sich von ihnen behandelt fühlen.

  • Heute, 18:41

     

    Fritz:

     

    Leo:

    Auf die Ausgangsfrage bezogen:

    Es geht also um Sein, ohne sich die Absolution dafür durch ein Tun zu holen. Seh ich das richtig ?

     

    Ich muss gestehen, dass ich von dem bisher hier Geschriebenen nicht mal die Hälfte versanden habe. Deshalb bringe ich, wenn ihr gestattet, mal meine Wort- und Denkebene ein 😉

    Es geht um folgendes:

     

    Wenn man mit anderen zusammen ist, kann man mit ihnen zusammen "Sein" oder zusammen was "tun".

     

    Mit ihnen zusammen sein, bedeutet zB sie wahrzunehmen, zu fühlen wie man sich mit ihnen fühlt, versuchen zu fühlen was sie fühlen, fühlen ob man sich wohl fühlt und nicht usw.

     

    Ein setting dafür wäre, zusammenzusitzen, zu sprechen, vielleicht sogar die stille auszuhalten. Die aufmerksamkeit ist auf die anderen gerichtet, und auf sich selbst.

     

    Beim "Tun" ist immer ein äußeres ereignis, eine aktivität da. fast alle Aktivitätsunternehmungen gehen in diese Richtung. man kommt zusammen für ein gemeinsame aktivität, wandern, fasching irgendwas.

     

    In der persönlichen Wahrnehmung jedes teilnehmers bei realen treffen wird es immer eine Mischung sein, mit unterschiedlichen aschwerpunkten bei jedem.

     

    Ich halte das "Sein" für sehr wichtig, für wichtiger als das "Tun".

     

    Ich denke, die wenigsten sind sich bewusst darüber.

     

    Was ich aber beobachte: es besteht eine große Angst vor (möglichen) Problemen im "Sein". Und das wird dann ausgeglichen durch hektisches Herbeizerren von Aktivitäten im "Tun": "was machen wir denn jetzt?" "Sag doch auch mal was!" usw

     

    Wer glücklich ist in 100 % Tun, gerne.

     

    "Es geht also um Sein, ohne sich die Absolution dafür durch ein Tun zu holen. Seh ich das richtig ?"

     

    Fast richtig. Das "Tun" ist keine Absolution, sondern eine Flucht vor dem "Sein".

    DAS finde ich jetzt aber mal einen für mich sehr wertvollen Beitrag von Dir: Man muss mit den/dem Anderen IN "Stille" SEIN können, und sie ausdrücklich NICHT AUSHALTEN müssen!

  • Heute, 18:30 - Zuletzt bearbeitet Heute, 18:38.

     

    Leo:

    Auf die Ausgangsfrage bezogen:

    Es geht also um Sein, ohne sich die Absolution dafür durch ein Tun zu holen. Seh ich das richtig ?

     

    Ich muss gestehen, dass ich von dem bisher hier Geschriebenen nicht mal die Hälfte versanden habe. Deshalb bringe ich, wenn ihr gestattet, mal meine Wort- und Denkebene ein 😉

    Es geht um folgendes:

     

    Wenn man mit anderen zusammen ist, kann man mit ihnen zusammen "Sein" oder zusammen was "tun".

     

    Mit ihnen zusammen sein, bedeutet zB sie wahrzunehmen, zu fühlen wie man sich mit ihnen fühlt, versuchen zu fühlen was sie fühlen, fühlen ob man sich wohl fühlt und nicht usw.

     

    Ein setting dafür wäre, zusammenzusitzen, zu sprechen, vielleicht sogar die stille auszuhalten. Die aufmerksamkeit ist auf die anderen gerichtet, und auf sich selbst.

     

    Beim "Tun" ist immer ein äußeres ereignis, eine aktivität da. fast alle Aktivitätsunternehmungen gehen in diese Richtung. man kommt zusammen für ein gemeinsame aktivität, wandern, fasching irgendwas. Es ist immer eine Aufmerksamkeit auf die Aktivität, das "Tun" da, und es besteht ein großer Gruppendruck, dass jeder zeigt, dass seine Aufmerksamkeit eben auf diese Aktivität gerichtet ist.

     

    In der persönlichen Wahrnehmung jedes teilnehmers bei realen treffen wird es immer eine Mischung sein, mit unterschiedlichen aschwerpunkten bei jedem.

     

    Ich halte das "Sein" für sehr wichtig, für wichtiger als das "Tun".

     

    Ich denke, die wenigsten sind sich bewusst darüber.

     

    Was ich aber beobachte: es besteht eine große Angst vor (möglichen) Problemen im "Sein". Und das wird dann ausgeglichen durch hektisches Herbeizerren von Aktivitäten im "Tun": "was machen wir denn jetzt?" "Sag doch auch mal was!" usw

     

    Wer glücklich ist in 100 % Tun, gerne.

     

    "Es geht also um Sein, ohne sich die Absolution dafür durch ein Tun zu holen. Seh ich das richtig ?"

     

    Fast richtig. Das "Tun" ist keine Absolution, sondern eine Flucht vor dem "Sein". Ein Vorgehen, das "Sein" nicht in die Realität zu bringen, schon gar nicht darf es angesprochen werden.

     

    Und das, obwohl ich klar sehe, es für die meisten eigentlich am wichtigsten ist.

  • Heute, 17:27

    Auf die Ausgangsfrage bezogen:

    Es geht also um Sein, ohne sich die Absolution dafür durch ein Tun zu holen. Seh ich das richtig ?

     

    Ich muss gestehen, dass ich von dem bisher hier Geschriebenen nicht mal die Hälfte versanden habe. Deshalb bringe ich, wenn ihr gestattet, mal meine Wort- und Denkebene ein 😉

  • Heute, 16:28 - Zuletzt bearbeitet Heute, 16:43.

     

    Fritz:

     

    Paul:

     

    Mein Ziel ist nicht eine kritik an dieser plattform, und auch nicht ein Angriff auf die, die hier vor allem für das aktiv-sein sind. Wer das gern mag, darf das gerne machen.

     

    Meine Frage geht dahin:

     

    1. Ist oder wäre das alles?

     

    2. Gibt es Momente, dass das zwanghaft hergeholt werden muss, weil die scheinbare Leere bei der Abwesenheit von Tun und Aktivität unerträglich ist (im Zusammensein mit anderen).

     

    Insofern passt das Oscar-Wilde-Zitat ja sehr gut  dazu.

     

    Die möglichen wirtschaftlichen Aspekte sind mir vollständig gleichgültig, und sie beeinflussen und sie stören mich nicht. Was sollte daran zu kritisieren sein? Ich sehe keine Kritikpunkte an Freizeit-Vermittlungs-Plattformen, und auch keine an dating-Plattformen.

    Fortsetzung
     

    Das Gute in der Hinwendung am sogenannten Offline-Dating ist, dass man die (Dis)Funktion digitaler Plattformen vielleicht einmal kritisch zu reflektieren beginnt. Solange wir es aber gestatten, dass wir durch sie als Quasi-Mediator :innen (über einen Marktmechanismus) organisieren werden – unsere Daten weiterhin in einer Blackbox als Waren verwahrt und weitergegeben werden, wir nicht selbst über die Gestaltung und erforderliche Kontrolle verfügen – solange werden wir unsere Wünsche und Vorstellungen, auch bezüglich unserer zwischenmenschlichen Beziehungen, nicht positiv realisieren können.


    Zur Beantwortung deiner beiden Fragen:


    ad 1)

    Nein, mit Sicherheit nicht.


     

    ad 2)

    Ja, ich bin mir relativ sicher.


    Menschen könnten dem Irrtum anheim fallen, dass quantifizierbare Signale, also die Anzahl der Teilnahmen an diversen Veranstaltungen und Events, mit qualitativen verwechseln könnten. Insofern – wie du sagst – die Leere mit Aktivität kompensieren wollen.


     

    Es besteht auch die Möglichkeit, dass Menschen in ohnehin ökonomisierten Freizeit-, Unterhaltungs- und Kulturbedingungen, einem Konsum-Erlebnis nach dem anderen nacheilen. Dabei läuft man Gefahr, dass diese Beziehungen oder gemeinsamen Aktivitäten nur zu einem symbolischen Ersatz einer soziale Teilhabe, zu einer Pseudo-Intimität, geraten. Dass nur Transaktionen abgewickelt werden, aber keine Beziehungen mit tieferem, für einander verständnisvollen Sinn,  keinerlei - im besten Fall - gegenseitige respektive gemeinsame Verantwortlichkeit entstehen kann. Mit dem zuletzt Erwähnten beziehe ich mich auf eine konzeptuell so dringend benötigte Care-Ethik, damit das, was gesellschaftlich bereits zerstört wurde, auf vielerlei Ebenen wieder revitalisiert werden kann. 

    Ende. 

  • Heute, 16:27 - Zuletzt bearbeitet Heute, 16:35.

     

    Fritz:

     

    Paul:

     

    Mein Ziel ist nicht eine kritik an dieser plattform, und auch nicht ein Angriff auf die, die hier vor allem für das aktiv-sein sind. Wer das gern mag, darf das gerne machen.

     

    Meine Frage geht dahin:

     

    1. Ist oder wäre das alles?

     

    2. Gibt es Momente, dass das zwanghaft hergeholt werden muss, weil die scheinbare Leere bei der Abwesenheit von Tun und Aktivität unerträglich ist (im Zusammensein mit anderen).

     

    Insofern passt das Oscar-Wilde-Zitat ja sehr gut  dazu.

     

    Die möglichen wirtschaftlichen Aspekte sind mir vollständig gleichgültig, und sie beeinflussen und sie stören mich nicht. Was sollte daran zu kritisieren sein? Ich sehe keine Kritikpunkte an Freizeit-Vermittlungs-Plattformen, und auch keine an dating-Plattformen.

    Fortsetzung ..
    Die Idee einer Freizeit- und Erlebnis-Ökonomie gab es schon bisher. Mit einer Aktivitäts-, Freizeit-, Erlebnis- Plattform – welchen Anstrich man immer auch geben möchte – wird die Ökonomisierung nochmals weiterentwickelt. Die DSGVO ist ein viel zu lasches Gesetz um uns als Person vor dieser radikalen Verwertung zu schützen. Unternehmen können ihre digitalen Plattformen nach wie vor so gestalten, wie es ihnen, nicht aber ihren „Kunden“ gefällt. Wer nicht über das nötige Bewusstsein verfügt, dem fällt aufgrund oberflächlicher Betrachtung weiter nichts als störend auf.


    Man wusste schon lange, dass Algorithmen dissoziative Störungen – letztendlich gesundheitliche Schäden – hervorbringen. Das war kein Nebeneffekt, denn – ich wiederhole – es geht um Bindung. FB, Tiktok, Tinder & Co stehen nur als Teile für das Ganze. Die Settings sind demokratiepolitisch nicht legitim. Es geht nicht nur um Nudging sondern um unsere Datensouveränität! Wenn Algorithmen so entworfen würden, damit sie uns gesellschaftlich unterstützen und nützen, wären sie in aller Konsequenz für uns transparent, von uns einsehbar und im besten Fall durch uns selbst gestaltbar.

     

  • Heute, 16:26 - Zuletzt bearbeitet Heute, 16:36.

     

    Fritz:

     

    Paul:

     

    Mein Ziel ist nicht eine kritik an dieser plattform, und auch nicht ein Angriff auf die, die hier vor allem für das aktiv-sein sind. Wer das gern mag, darf das gerne machen.

     

    Meine Frage geht dahin:

     

    1. Ist oder wäre das alles?

     

    2. Gibt es Momente, dass das zwanghaft hergeholt werden muss, weil die scheinbare Leere bei der Abwesenheit von Tun und Aktivität unerträglich ist (im Zusammensein mit anderen).

     

    Insofern passt das Oscar-Wilde-Zitat ja sehr gut  dazu.

     

    Die möglichen wirtschaftlichen Aspekte sind mir vollständig gleichgültig, und sie beeinflussen und sie stören mich nicht. Was sollte daran zu kritisieren sein? Ich sehe keine Kritikpunkte an Freizeit-Vermittlungs-Plattformen, und auch keine an dating-Plattformen.

    Fortsetzung

    Die wirtschaftlichen Aspekte können uns nicht gleichgültig sein, denn das was uns hinunterzieht, ist die Transformation zutiefst zwischenmenschlicher Bedürfnisse in vorrangig kommodifizierte Beziehungen. Privaten Plattformen geht es um finanziellen Betriebsgewinn, denn es sind sogenannte „Unternehmen“ bzw. Kapitalgesellschaften. Den heute begehrtesten Rohstoff – unsere personenbezogene Daten – liefern wir selbst … zahlen aber auch noch dafür. Sie bleiben nicht alleine bei einer Plattform. Es hat sich etabliert, dass sie zwischen unterschiedlichen, privaten (Werbepartner :innen, div. Dienstleister :innen, Trainer :innen, Content-Creator :innen, Veranstaltungsorganisator :innen etc.) wie auch staatlichen Akteuren, ausgetauscht werden. Zudem werden Algorithmen entworfen, die einen maximal-adhäsiven Eigenzweck beabsichtigen. In dieser Logik verbleibend ist das nachvollziehbar, denn ihr Design zielt nicht auf das soziale Interesse ab, sondern auf die Verwertung respektive ökonomische Ausbeutung: Die Ökonomisierung des Sozialen. ...

  • Heute, 16:25 - Zuletzt bearbeitet Heute, 16:38.

     

    Fritz:

     

    Paul:

     

    Mein Ziel ist nicht eine kritik an dieser plattform, und auch nicht ein Angriff auf die, die hier vor allem für das aktiv-sein sind. Wer das gern mag, darf das gerne machen.

     

    Meine Frage geht dahin:

     

    1. Ist oder wäre das alles?

     

    2. Gibt es Momente, dass das zwanghaft hergeholt werden muss, weil die scheinbare Leere bei der Abwesenheit von Tun und Aktivität unerträglich ist (im Zusammensein mit anderen).

     

    Insofern passt das Oscar-Wilde-Zitat ja sehr gut  dazu.

     

    Die möglichen wirtschaftlichen Aspekte sind mir vollständig gleichgültig, und sie beeinflussen und sie stören mich nicht. Was sollte daran zu kritisieren sein? Ich sehe keine Kritikpunkte an Freizeit-Vermittlungs-Plattformen, und auch keine an dating-Plattformen.

    Fortsetzung

    Ich befürworte das gemeinsame Aktiv-Sein, doch im Verständnis dessen gibt es völlig unterschiedliche Qualitätsansätze. Für die entsprechenden Prämissen wird auf den klassischen wie auf den aktivitäts- orientierten Plattformen nicht gesorgt. Es gibt im Ansatz positive Role-Models, die das intelligenterweise – im Sinne der Benützer: innen – bereits berücksichtigen. Auf Österreich bezogen - keine einzige.

  • Heute, 16:24 - Zuletzt bearbeitet Heute, 16:36.

     

    Fritz:

     

    Paul:

     

    Mein Ziel ist nicht eine kritik an dieser plattform, und auch nicht ein Angriff auf die, die hier vor allem für das aktiv-sein sind. Wer das gern mag, darf das gerne machen.

     

    Meine Frage geht dahin:

     

    1. Ist oder wäre das alles?

     

    2. Gibt es Momente, dass das zwanghaft hergeholt werden muss, weil die scheinbare Leere bei der Abwesenheit von Tun und Aktivität unerträglich ist (im Zusammensein mit anderen).

     

    Insofern passt das Oscar-Wilde-Zitat ja sehr gut  dazu.

     

    Die möglichen wirtschaftlichen Aspekte sind mir vollständig gleichgültig, und sie beeinflussen und sie stören mich nicht. Was sollte daran zu kritisieren sein? Ich sehe keine Kritikpunkte an Freizeit-Vermittlungs-Plattformen, und auch keine an dating-Plattformen.

    In meinen Augen würde es uns helfen Kritik nicht immer als etwas explizit Negatives und/oder Unerwünschtes zu verstehen. Es ist völlig akzeptabel die Aussagen einer Person, ihre Ansicht, ihr Verhalten, eine öffentlich-rechtliche – erst recht eine privatrechtliche Institutionen, die über einen großen Zugang zu personenbezogenen Daten verfügt – zu kritisieren.


    Kritik zu äußern und selbst Kritik auszuhalten – Stichwort „Ambiguitätstoleranz“ (Toleranz gegenüber Mehrschichtigkeit; zugestehen können, dass unsere Welt schon immer mehrdimensional war und noch immer ist) – ist in einer Demokratie unerlässlich. Die einzigen Ansichten die nicht tolerierbar sind, sind jene, die inhaltlich gegen die Menschenwürde (die Legitimation sämtlicher Diskriminierungsformen und die Befürwortung von Autoritarismus, d.h. den Beteiligungsausschluss der Menschen bis auf ein paar weniger) gerichtet sind. Genauso, wenn man die Kritik in einer Form ausübt, die beabsichtigt andere implizit herabzuwürdigen. Nebenbei gesagt ist mir ausreichend bewusst, dass die allermeisten unserer Mitbürger :innen die Unerlässlichkeit einer Diskussionskultur (z.B. im Parlament), aber auch außerparlamentarisch die Kultur eines Dialogs, z.B. am Arbeitsplatz oder innerhalb einer Interessengemeinschaft, meist missverstehen, da selbst nach dem Niedergang des 1000-jährigen Reichs an einer Führungskultur der kritiklosen Angepasstheit und des Gehorsams festgehalten wurde. ...

  • Heute, 11:55 - Zuletzt bearbeitet Heute, 11:56.

     

    Paul:

    Gerade bei den Begriffen und Vorstellungen von (Un)Tätigkeit, Beschäftigung und Tun ist es bis in unsere heutige Zeit längst zu ideologisch-semantischen Bewusstseinsverschiebungen gekommen. Das schlägt sich selbstverständlich ins Private - bis auf die individuelle Beziehungsebene - hindurch und bringt uns bezüglich unserem eigenen wie dem gemeinsamen Sein in nicht unbeträchtliche Konflikte, da wir die konstruktive Bedeutung der Begriffe nicht mehr richtig verstehen können. Es herrscht durchaus eine Art babylonische Sprachverwirrung. Und da Sprache stets mit Bewusstsein in enger Verbindung steht, verhält es sich dort gerade genauso.

     

    Das nachfolgende Zitat scheint mir sehr passend:

     

    “Tätigkeit ist der letzte Ausweg jener, die nicht verstehen zu träumen.”

    (Oscar Wilde)

     

    Edit: Letztendlich geht es auf dieser Plattform um wirtschaftliche Aspekte. Das sieht man erst auf den zweiten, möglicherweise erst einem dritten Blick. Es wird wahrscheinlich eine Zeit lang dauern, dass sich nach dem Niedergang der vorangegangenen Generation von Dating-Plattformen auch diese als weitgehend zielverfehlend herausstellen wird.

    Mein Ziel ist nicht eine kritik an dieser plattform, und auch nicht ein Angriff auf die, die hier vor allem für das aktiv-sein sind. Wer das gern mag, darf das gerne machen.

     

    Meine Frage geht dahin:

     

    1. Ist oder wäre das alles?

     

    2. Gibt es Momente, dass das zwanghaft hergeholt werden muss, weil die scheinbare Leere bei der Abwesenheit von Tun und Aktivität unerträglich ist (im Zusammensein mit anderen).

     

    Insofern passt das Oscar-Wilde-Zitat ja sehr gut  dazu.

     

    Die möglichen wirtschaftlichen Aspekte sind mir vollständig gleichgültig, und sie beeinflussen und sie stören mich nicht. Was sollte daran zu kritisieren sein? Ich sehe keine Kritikpunkte an Freizeit-Vermittlungs-Plattformen, und auch keine an dating-Plattformen.

  • Heute, 10:36 - Zuletzt bearbeitet Heute, 11:08.

    Gerade bei den Begriffen und Vorstellungen von (Un)Tätigkeit, Beschäftigung und Tun ist es bis in unsere heutige Zeit längst zu ideologisch-semantischen Bewusstseinsverschiebungen gekommen. Das schlägt sich selbstverständlich ins Private - bis auf die individuelle Beziehungsebene - hindurch und bringt uns bezüglich unserem eigenen wie dem gemeinsamen Sein in nicht unbeträchtliche Konflikte, da wir die konstruktive Bedeutung der Begriffe nicht mehr richtig verstehen können. Es herrscht durchaus eine Art babylonische Sprachverwirrung. Und da Sprache stets mit Bewusstsein in enger Verbindung steht, verhält es sich dort gerade genauso.

     

    Das nachfolgende Zitat scheint mir sehr passend:

     

    “Tätigkeit ist der letzte Ausweg jener, die nicht verstehen zu träumen.”

    (Oscar Wilde)

     

    Edit: Letztendlich geht es auf dieser Plattform um wirtschaftliche Aspekte. Das sieht man erst auf den zweiten, möglicherweise erst einem dritten Blick. Es wird wahrscheinlich eine Zeit lang dauern, dass sich nach dem Niedergang der vorangegangenen Generation von Dating-Plattformen auch diese als weitgehend zielverfehlend herausstellen wird.

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