Um mitzumachen, melde dich bitte an.
  • Erst den kleinen Finger, dann die ganze Hand …

    Diskussion · 9 Beiträge · 10 Gefällt mir · 443 Aufrufe
    Thomas Kissing aus Düsseldorf

    Du wolltest nur kurz helfen.

    „Kannst du das schnell übernehmen?“ — Klar, mach ich.

    „Nur dieses eine Mal.“ — Natürlich.

    „Du bist doch so zuverlässig.“ — Danke … und schon wieder Ja gesagt.

     

    Plötzlich sitzt du abends da, erledigst Dinge, die gar nicht deine sind, bist müde, genervt — und fragst dich, wie du da eigentlich reingerutscht bist.

     

    Die Personen, die sich immer nur meldet, wenn sie etwas braucht.

    Der Kollege, dessen Aufgaben irgendwie bei dir landen.

    Die Familie, bei der du „natürlich“ einspringst.

    Der Nachbar, für den ein Gefallen nie nur einer bleibt.

    Oder einfach Nachrichten, auf die du sofort antwortest, obwohl du gerade Ruhe brauchst.

     

    Und jedes Mal denkst du:

    „Eigentlich will ich das gar nicht.“

    Aber Nein sagen fühlt sich schlimmer an als Ja sagen.

    Aus Angst vor Streit.

    Vor Enttäuschung.

    Vor Konsequenzen.

    Oder davor, plötzlich nicht mehr gemocht zu werden.

     

    Man schluckt es runter.

    Lächelt.

    Funktioniert.

    — und ärgert sich später über sich selbst.

     

    Kennst du solche Situationen?

    Wann hast du zuletzt Ja gesagt, obwohl du Nein meintest?

    Und was ist dann passiert?

     

    Teile gern deine Erfahrungen — viele erkennen sich wahrscheinlich darin wieder.


    Thomas Kissing 

     

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    Gestern, 15:02

Beiträge

  • Heute, 11:12 - Zuletzt bearbeitet Heute, 11:13.
    ✗ Dieser Inhalt wurde von Lea wieder gelöscht.
  •  

    Anna:

     

     

    Im Nachhinein ärgere ich mich. Kaum Wertschätzung, kein echtes Danke — nur das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein.

    Hast Du die Person danach darauf hingewiesen?

    Man weiß zwar, dass jeder für seine Gefühle selbst verantwortlich ist — und trotzdem passiert es, dass Grenzen plötzlich überschritten werden. Selbst dann, wenn man eigentlich reflektiert ist. Man steht daneben und ist einfach sprachlos.

  • Heute, 10:41

     

     

    Im Nachhinein ärgere ich mich. Kaum Wertschätzung, kein echtes Danke — nur das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein.

    Hast Du die Person danach darauf hingewiesen?

  • Heute, 05:39

     

     

    Warum sagt man in dem Moment nicht einfach Stopp?

     

    Was nützt ein "Stopp", wenn die Personen a) deine Grenzen nicht akzeptieren und b) es nicht verstehen können bzw. wollen?

     

    Dazu kommen noch die "Rattenfänger", die sowieso ihr falsches Spiel spielen.

  • Heute, 02:29

    hab bis etwa 35 auch immer ja gesagt...die firma braucht dich, hilf mal bitte usw...dann gabs ne gallenblasen notop undnach 3 wochen krank kam keine frage, sondern ne forderung; wann willst du endlich wieder arbeiten.?! .....ab diesem zeitpunkt hab ich mich nie wieder zu irgendwas, was nicht meins war, breitschlagen lassen... die einzigen, die fragen "dürfen" sind freunde... die helfen auch, wenn man sie braucht...............bisher hab ich nix bereut 🙂

  •  

    Thomas Kissing:

    „Kannst du mir mal eben helfen?“

    Klar — ist ja nur eine Kleinigkeit, denke ich.

     

    Und plötzlich steckt man drin wie ein Insekt im Spinnennetz. Aus Minuten werden Stunden — rauskommen kaum möglich.

     

    Ich helfe grundsätzlich gern, beruflich wie privat. Wenn es passt, mache ich das wirklich aus Überzeugung. Doch neulich wurde aus einem kleinen Gefallen eine Aktion von rund drei Stunden — obwohl eigentlich etwas anderes abgesprochen war. Die Person tat mir leid, also habe ich weitergemacht, obwohl es mir längst zu viel war.

     

    Im Nachhinein ärgere ich mich. Kaum Wertschätzung, kein echtes Danke — nur das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein.

     

    Warum sagt man in dem Moment nicht einfach Stopp?

     

    Habt ihr so etwas auch schon erlebt?


    Thomas Kissing 


    Hallo Herr Kissing,

     

    Warum sagt man in dem Moment nicht einfach Stopp?

     

     Ich denke, dass man seinem gegenüber glaubt und auf sein Wort vertraut.

    So geht es mir jedenfalls!

     

     Ich habe es in den vergangenen Monaten 2 mal erlebt, dass ich um Hilfe gebeten wurde, allerdings muss ich dazu sagen, dass es sich um medizinische Notfälle handelte! 

    Also half ich unverzüglich, so mit Vitalzeichenkontrolle und anschließend RTW informieren, dass komplette Programm. 


    Ich dachte, damit wäre es für mich erledigt, aber es folgten Bitten wie zum Beispiel, Wäsche, Pflegemittel und so weiter ins Krankenhaus bringen. 
    Ach ja, auch folgte noch das Abholen nach der Genesung aus dem Krankenhaus.

     

    Danach wollte man mich weiterhin involvieren, da habe ich zum Eigenschutz die Notbremse gezogen und halte mir diesen Menschen auf Abstand.

     

    Es kam auch bei mir keine Wertschätzung und kein echtes Dankeschön an.

     

    Ich hatte den Eindruck, Hauptsache der Betroffene hat seine Sache in trockenen Tüchern,

     egal wie ich meine Tagesabläufe hinbekomme.

    Das war mir eindeutig zu wenig.

     

    Das zweite Mal lief es genauso, nur einen kleinen Gefallen und schon war ich wieder in der Falle, weil noch dies und das dazu gekommen ist. 
    Als ich telefonisch kontaktiert wurde, habe ich zugewandt und respektvoll den Riegel vorgeschoben.

     

     Ich helfe gerne, aber lasse mich nicht mehr von weit entfernten Bekannten,

    „Vor den Karren spannen“ , 

    und in meinem Leben eingreifen. 
     

    Mir ist in beiden Fällen Egoismus in hohem Maße begegnet, sorry, brauche ich nicht in meinem Leben.

     

     Ich schätze es sehr, wenn es im Miteinander ein gegenseitiges Nehmen und Geben ist, wertschätzend und respektvoll.

    In diesem Sinne 

    Herzliche Grüße 

    Maggie

     

     

  • Gestern, 16:03

     

    Thomas Kissing:

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    Ich hab in dem Lied "No is Bae" von Toni Jones eine starke Zeile zu diesem Thema gehört: "If I had 20 Yes'es to give, for the rest of my life, who and what would get those Yes'es". Wir sagen oft ja zu etwas um unbewusst dem anderen auch zu gefallen. Was wenn wir Ja sagen um uns zu gefallen? Jemanden zu helfen lässt uns gut fühlen, aber wieso? Fühlen wir uns nützlicher, stark, selbstlos oder Erwarten wir dadurch im Gegensatz etwas? Es ist ein interessantes Gedankenspiel, das auch je nach Geschlecht oder Situation variiert. Schlussendlich sei zu sagen, wenn man nein sagt und die andere Person dies nicht akzeptiert ist es noch immer dessen Problem. Schließlich kann man nur aus dem vollen Schöpfen. Wenn dein Glas leer ist kannst du niemanden einen Tropfen geben und dennoch tun wir es so oft (mich eingeschlossen), weil wir es scheinbar als gesellschaftliche Pflicht sehen oder als egoistisch betrachten nicht zu funktionieren. Du bist jedenfalls nicht alleine und dieses Thema kann sehr gut zum Philosophieren verwendet werden.

  • „Kannst du mir mal eben helfen?“

    Klar — ist ja nur eine Kleinigkeit, denke ich.

     

    Und plötzlich steckt man drin wie ein Insekt im Spinnennetz. Aus Minuten werden Stunden — rauskommen kaum möglich.

     

    Ich helfe grundsätzlich gern, beruflich wie privat. Wenn es passt, mache ich das wirklich aus Überzeugung. Doch neulich wurde aus einem kleinen Gefallen eine Aktion von rund drei Stunden — obwohl eigentlich etwas anderes abgesprochen war. Die Person tat mir leid, also habe ich weitergemacht, obwohl es mir längst zu viel war.

     

    Im Nachhinein ärgere ich mich. Kaum Wertschätzung, kein echtes Danke — nur das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein.

     

    Warum sagt man in dem Moment nicht einfach Stopp?

     

    Habt ihr so etwas auch schon erlebt?


    Thomas Kissing 

  • Gestern, 15:18

    Kenne ich. Ja sagen ist grundsätzlich entgegen kommendes Verhalten. Was aber ausartend und fordernd werden kann. Stelle ich das fest, ist ,,Nein" meine Antwort. Ist zwar nicht jedem Recht....aber Verantwortung mir selbst gegenüber geht definitiv vor. Wenn's deshalb Krawall gibt, wars lediglich Eigennutz und Egoismus des Gegenübers. Darauf kann ich dann auch gerne verzichten

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