Ich habe in meinen 54 Jahren oft die Erfahrung gemacht – und vielleicht geht es einigen von euch ähnlich –, dass wir uns zwar als moderne, freidenkende Individuen verstehen, aber in der Realität oft an unsichtbare Grenzen stoßen.
Obwohl ich Menschen schon immer völlig unabhängig von Geschlecht oder Konventionen sehe und meinen Weg abseits von festen Gruppierungen gehe, stelle ich fest:
Echte, respektvolle Kommunikation auf Augenhöhe erlebe ich am konsequentesten im geschäftlichen C-Level-Kontext.
Daraus ergibt sich für mich die Frage:
Das Phänomen der „Rollen-Rückkehr“
Warum gelingt uns im internationalen Business das, was privat oft scheitert?
Sobald wir den beruflichen Rahmen verlassen, scheinen bei vielen – oft unbewusst – die alten Geschlechterrollen im Kopf anzuspringen. Egal wie offen man sich zu Beginn gibt, am Ende landet man oft wieder in einer Schublade, statt einfach nur als „Mensch“ gesehen zu werden.
Mich würde interessieren:
Habt ihr auch das Gefühl, dass wir im Privaten oft „unfreier“ denken als im Job?
Warum fällt es uns so schwer, die Souveränität und den Respekt aus der Arbeitswelt mit in den Feierabend zu nehmen?
Erlebt ihr es auch, dass ihr als eigenständige Persönlichkeit geschätzt werdet, bis die ersten gesellschaftlichen Klischees die Sicht trüben?
Ich bin gespannt auf eure Perspektiven – jenseits von Ideologien oder festgefahrenen Fronten. Einfach Mensch zu Mensch.
Ein kleiner Nachtrag: Mir geht es hierbei vor allem um den Austausch mit Menschen, die in ihrem Alltag – sei es beruflich oder privat – ebenfalls einen hohen Anspruch an Reflexion und Souveränität leben. Ich glaube, dieses spezielle Paradoxon zwischen professioneller Augenhöhe und privater Rollen-Rückkehr lässt sich am besten mit denjenigen diskutieren, die diesen Kontrast aus der eigenen Erfahrung kennen.