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  • Augenhöhe: Ein Business-Standard, aber im Privaten Luxusgut?

    Diskussion · 48 Beiträge · 628 Aufrufe
    Xenia aus Oberhöflein

    Ich habe in meinen 54 Jahren oft die Erfahrung gemacht – und vielleicht geht es einigen von euch ähnlich –, dass wir uns zwar als moderne, freidenkende Individuen verstehen, aber in der Realität oft an unsichtbare Grenzen stoßen.

    Obwohl ich Menschen schon immer völlig unabhängig von Geschlecht oder Konventionen sehe und meinen Weg abseits von festen Gruppierungen gehe, stelle ich fest: 

     

    Echte, respektvolle Kommunikation auf Augenhöhe erlebe ich am konsequentesten im geschäftlichen C-Level-Kontext.

     

    Daraus ergibt sich für mich die Frage:

     

    Das Phänomen der „Rollen-Rückkehr“

    Warum gelingt uns im internationalen Business das, was privat oft scheitert?

     

    Sobald wir den beruflichen Rahmen verlassen, scheinen bei vielen – oft unbewusst – die alten Geschlechterrollen im Kopf anzuspringen. Egal wie offen man sich zu Beginn gibt, am Ende landet man oft wieder in einer Schublade, statt einfach nur als „Mensch“ gesehen zu werden.

     

    Mich würde interessieren:

     

    Habt ihr auch das Gefühl, dass wir im Privaten oft „unfreier“ denken als im Job?

    Warum fällt es uns so schwer, die Souveränität und den Respekt aus der Arbeitswelt mit in den Feierabend zu nehmen?

     

    Erlebt ihr es auch, dass ihr als eigenständige Persönlichkeit geschätzt werdet, bis die ersten gesellschaftlichen Klischees die Sicht trüben?

     

    Ich bin gespannt auf eure Perspektiven – jenseits von Ideologien oder festgefahrenen Fronten. Einfach Mensch zu Mensch.

     

    Ein kleiner Nachtrag: Mir geht es hierbei vor allem um den Austausch mit Menschen, die in ihrem Alltag – sei es beruflich oder privat – ebenfalls einen hohen Anspruch an Reflexion und Souveränität leben. Ich glaube, dieses spezielle Paradoxon zwischen professioneller Augenhöhe und privater Rollen-Rückkehr lässt sich am besten mit denjenigen diskutieren, die diesen Kontrast aus der eigenen Erfahrung kennen.

    06.04.26, 09:32

Beiträge

  • 06.04.26, 10:45

     

    Ute:

    Da zeigt sich, wie anstrengend das beruflich empfunden wird oder andersrum, wie wenig Respekt, Rücksichtnahme, Mitgefühl, usw. verinnerlicht sind.

     

    Beruflich zwingen Abhängigkeiten, privat will man so sein dürfen, wie man ist. Und ja, da war auch bei mir der Kreis zeitweilig sehr überschaubar, erweitert sich aber gerade auch wieder. Dann muss es wohl auch etwas mit mir zu tun haben.

    Spannender Punkt – ich verstehe, was du mit „anstrengend“ meinst.

    Bei mir ist es tatsächlich anders: Für mich fühlt sich Job gar nicht wie „Job“ an, sondern eher wie ein Teil von mir – fast wie ein Hobby. Deshalb mache ich da auch keinen großen Unterschied zwischen beruflich und privat.

    Vielleicht fällt mir genau deshalb dieser Wechsel oder dieses „Zurück in Rollen rutschen“ so stark auf.

  • 06.04.26, 10:34

     

    Xenia:

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    Ich persönlich erlebe die respektvolle Kommunikation auf Augenhöhe in meinen Freundschaften und im Job eher weniger. Ich denke, dass dein Niveau einfach mit dem deines sozialen Umfeldes übereinstimmen soll, damit du deine Werte aktiv leben kannst. Leider gibt es noch Hierarchien und soziale Schichten, welche dich automatisch ausschliessen werden, wenn du zu ihnen nicht gehörst, weil du ihre Problematik nicht verstehst/ ggf zu ihren Problemen täglich beiträgst.

  • 06.04.26, 10:32

     

    Maresa:

    Es ist doch essentiell,  JEDEN - beruflich wie privat - DA abzuholen, wo er/sie steht, um überhaupt in einen befriedigenden Kontakt gehen zu können! Ob mich dieser PRIVAT "befriedigt" und dauerhaft "interessiert", steht auf einem ganz anderen Blatt!

    Ich mag den Gedanken sehr – Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, ist für mich auch die Basis für echten Kontakt.

    Für mich liegt der Unterschied aber weniger darin, dass wir es können – sondern wo wir es konsequent leben. Im Business erlebe ich dieses bewusste Miteinander viel stabiler. Privat hingegen beobachte ich oft, dass genau das schneller verloren geht – nicht bei mir, aber im Gegenüber.

    Und genau da entsteht für mich dieser Bruch:
    Man startet auf Augenhöhe – und landet dann doch wieder in Rollen oder Erwartungen.

    Das macht den Austausch nicht unbedingt schlechter, aber oft weniger frei, als er sein könnte.

  • 06.04.26, 10:32
    ✗ Dieser Inhalt wurde von Xenia wieder gelöscht.
  • Ich weiß nicht, was das sein soll: "auf Augenhöhe".

    Bei der landtagswahl hier in BW vor kurzem, da hab ich das ungefähr gewusst: die CDU hier ist zu den knapp gewinnenden Grünen gerade so auf Rehaugenhöhe.

    Wenn mir jemand dumm kommt, kriegt er eins auf die 12.

    Wenn ich jemand dumm kommen will, muss ich drauf achten ob er stärker ist als ich.

    Im privaten ist das alles gut verständlich.

    Im geschäftlichen gibt das doch nicht den geringsten Sinn: da geht es um verkaufen und das Maximieren des eigenen Vorteils.

  • 06.04.26, 10:02

    Es ist doch essentiell,  JEDEN - beruflich wie privat - DA abzuholen, wo er/sie steht, um überhaupt in einen befriedigenden Kontakt gehen zu können! Ob mich dieser PRIVAT "befriedigt" und dauerhaft "interessiert", steht auf einem ganz anderen Blatt!

  • 06.04.26, 09:49

    Da zeigt sich, wie anstrengend das beruflich empfunden wird oder andersrum, wie wenig Respekt, Rücksichtnahme, Mitgefühl, usw. verinnerlicht sind.

     

    Beruflich zwingen Abhängigkeiten, privat will man so sein dürfen, wie man ist. Und ja, da war auch bei mir der Kreis zeitweilig sehr überschaubar, erweitert sich aber gerade auch wieder. Dann muss es wohl auch etwas mit mir zu tun haben.

  • 06.04.26, 09:44

    Ich möchte nur einen Aspekt einbringen:

     

    Beruflich geht es um Geschäft, ums Geld. Wer nicht auf Augenhöhe auftritt, ist bald die Kundschaft los.

     

    Privat, tja...

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