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  • IST "SINGLE-SEIN" WIRKLICH SO TOLL?

    Diskussion · 2.288 Beiträge · 204 Gefällt mir · 46.357 Aufrufe

    Wenn ich meinen Bekannten zuhöre, wie sie von ihrem unabhängigen Single-Dasein schwärmen, habe ich manchmal das Gefühl, dass sie sich oft selbst etwas vormachen. Gewisse Zeit, das kenne ich selbst aus Erfahrung, kann es ja passen, wenn man seine persönliche Freiheit auslebt.
    Aber sind nicht Zweisamkeit, sowie körperliche Nähe menschliche Grundbedürfnisse? Die Aussage: "Ich bin gerade nicht für eine Beziehung zu haben, aber wir können ja ein bisschen Spaß haben", halte ich für gefährlich. Es sind doch immer Gefühle im Spiel, die damit oft zutiefst verletzt werden.
    Vielleicht ist es auch eine Frage des Alters, dass man sich nach einem geliebten Partner sehnt … nach Geborgenheit... nach Vertrautheit. Aber oft sind überzogene Wunschvorstellungen, die kaum erfüllt werden können, ein unüberwindbares Hindernis.
    Man kann es auch praktisch sehen: Zu zweit kann man sich Verpflichtungen aufteilen, sich ergänzen usw.

    Was meint ihr dazu?
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    04.02.19, 11:51

Beiträge

  • 18.02.23, 09:49

     

    Susanna:

    Entschuldige,  hab ein Problem mit dem Handy ( doppelte Buchstaben) , hab  den Text leider mit Fehlern zwei mal gesendet 

    Alles ok,

  • 18.02.23, 08:35

    Entschuldige,  hab ein Problem mit dem Handy ( doppelte Buchstaben) , hab  den Text leider mit Fehlern zwei mal gesendet 

  • 18.02.23, 08:32

     

    Ruth H.:

     

    Susanna:

     

    Dem kann ich nur zustimmen,  trotzdem bin ich stolz es geschafft zu haben , mich aus einer toxischen Beziehung gelöst zu haben,  nur war mir leider nicht bewusst, dass der Preis dafür der Verlust einer innigen Beziehung zu meiner Tochter ist, das tut sehr weh. 

     

    In der ersten Zeit nach einer Scheidung ist die Beziehung mit den Kindern oft schwierig. Es kann zu Zerwuerfnissen kommen. Das war auch bei uns so. Aber mit dem grösser werden kommt das Verständnis  fuer den Grund warum es zur Scheidung gekommen ist. Kinder wollen ja nie dass sich Eltern scheiden lassen. In deren Vorstellung sollte es immer so sein dass die Eltern zusammen sind. Wichtig sind immer gute Gespräche mit ihnen. Sie fuehlen sich auch oft schuldig am scheitern der Ehe ihrer Eltern. In meinem Fall war auch ich die die den Schlusspunkt gesetzt hat. Meine Kinder standen zu Anfang voll auf der Seite meines Ex Mannes denn ich war ja die boese die sie aus ihrem bisherigen Leben gerissen hatte denn ich musste das Haus mit ihnen verlassen und uns eine Wohnung suchen. In der folgenden Zeit realisierten sie aber dass es hauptsächlich ich war die fuer sie da war. Mein Mann kümmerte sich nur noch wenig um die Erziehung ausser dass er sie jedes 2. Wochenende bei sich hatte. In den Urlaub nahm er sie gerade mal 2 Wochen pro Jahr. Das haben sie ihm übel genommen. Sie waren zum Zeitpunkt der Scheidung 8+9 Jahre alt. Mit meinem Beitrag wollte ich Dir Mut machen. Denke Du musst Deiner Tochter etwas Zeit  lassen bis sie gewisse Einsichten gewonnen hat warum es nicht anders  ging als sich zu trennen. Vielleicht kommt sie dann eines Tages von selbst wieder auf Dich zu. Lg. und Kopf hoch Ruth

    Uebrigens war auch ich froh das Ehegefängnis verlassen zu haben. 

    Hallo Ruth,  danke für deine Zeilen. 

    Ich hab viele Jahre psychische Gewalt ausgehalten der Kinder wegen und aus Angst vor den Konsequenzen. Hätte mich früher trennen sollen....

    Ich wollte eigentlich ein Vorbild für meine Tochter sein, und ihr zeigen, dass man sich nicht so behandeln lassen muss. Sie hat sich leider dafür entschieden bei ihrem Vater zu bleiben, weil ich ich so wie bei dir ,die böse bin,da er sich ja nicht trennen wollte.  Ihr t Vater iisis   auch wirklich für sie da ist,  so fair möchte ich sein, jedoch ist das Verhältnis zwischen den beiden ( meine Tochter ist inzwischen erwachsen) eine ungesunde Abhängigkeit.  Jeder Kontaktversuch meinerseits wird von ihr abgelehnt,  bin seit sechs Jahren getrennt,  mir fehlt meine Tochter,  ich möchte für sie da sein, aber sie lässt mich nicht. 

    Ruth H.:

     

    Susanna:

     

    Dem kann ich nur zustimmen,  trotzdem bin ich stolz es geschafft zu haben , mich aus einer toxischen Beziehung gelöst zu haben,  nur war mir leider nicht bewusst, dass der Preis dafür der Verlust einer innigen Beziehung zu meiner Tochter ist, das tut sehr weh. 

     

    In der ersten Zeit nach einer Scheidung ist die Beziehung mit den Kindern oft schwierig. Es kann zu Zerwuerfnissen kommen. Das war auch bei uns so. Aber mit dem grösser werden kommt das Verständnis  fuer den Grund warum es zur Scheidung gekommen ist. Kinder wollen ja nie dass sich Eltern scheiden lassen. In deren Vorstellung sollte es immer so sein dass die Eltern zusammen sind. Wichtig sind immer gute Gespräche mit ihnen. Sie fuehlen sich auch oft schuldig am scheitern der Ehe ihrer Eltern. In meinem Fall war auch ich die die den Schlusspunkt gesetzt hat. Meine Kinder standen zu Anfang voll auf der Seite meines Ex Mannes denn ich war ja die boese die sie aus ihrem bisherigen Leben gerissen hatte denn ich musste das Haus mit ihnen verlassen und uns eine Wohnung suchen. In der folgenden Zeit realisierten sie aber dass es hauptsächlich ich war die fuer sie da war. Mein Mann kümmerte sich nur noch wenig um die Erziehung ausser dass er sie jedes 2. Wochenende bei sich hatte. In den Urlaub nahm er sie gerade mal 2 Wochen pro Jahr. Das haben sie ihm übel genommen. Sie waren zum Zeitpunkt der Scheidung 8+9 Jahre alt. Mit meinem Beitrag wollte ich Dir Mut machen. Denke Du musst Deiner Tochter etwas Zeit  lassen bis sie gewisse Einsichten gewonnen hat warum es nicht anders  ging als sich zu trennen. Vielleicht kommt sie dann eines Tages von selbst wieder auf Dich zu. Lg. und Kopf hoch Ruth

    Uebrigens war auch ich froh das Ehegefängnis verlassen zu haben. 

    Hallo Ruth, danke für deine Zeilen,  ich habe viele Jahre psychische Gewalt ausgehalten,  der Kinder wegen und aus Angst vor den Konsequenzen,  inzwischen denk bin ich der Meinung, ich hätte mich viel früher trennen sollen . 

    Ich wollte meiner Tochter zeigen, dass man sich nicht so behandeln lassen muss, aber da ich die Trennung wollte,  bin ich die böse ( so wie bei dir). Meine Tochter hat sich für ihren Vater entschieden,  sie ist inzwischen erwachsen. Er ist für sie da , aber das Verhältnis zu ihrem Vater ist ungesund, sie sind beide abhängig von einander. 

    Mir fehlt meine Tochter, ich wär gern für sie da, aber jeder Kontaktversuch wird abgehehnt. 

  • 17.02.23, 22:08

     

    Ingrid:

    Hallo Susanna, hallo Summerfeeling,

    ich bin unfreiwillig Single, weil mein Mann vor etwa 6 Jahren verstorben ist. Aufgrund seiner Schichtarbeit war es schwer, Freundschaften zu pflegen. Also hatten wir kaum Freunde. Aber wir waren perfekt füreinander. 

    Geschwister habe ich nicht, in meiner Familie ist einer des anderen Teufel. Für die Familie meines Mannes bin ich seit der Pandemie ein Fremdkörper. Seither bin ich dort komplett ausgeschlossen. 

    Kinder sind wegen einer frühen Krebserkrankung meines Mannes nicht vorhanden. 

    Mit einer chronischen Erkrankung haben die Ärzte mich alleine gelassen, weshalb ich jahrelang nicht gearbeitet habe. Wer stellt schon jemanden ein, der 25 % der Arbeitszeit ausfällt? 

    Als mein Mann verstarb, reichte die Hinterbliebenenrente natürlich nicht zum Leben. Obwohl ich eine abgeschlossene Lehre zur Bankkauffrau habe, sah das Arbeitsamt keine Möglichkeit, mich in einen Beruf einzubringen. Förderung sei für mich mit damals Mitte 50 nicht mehr drin. Ich sei nur noch Hilfsverkäuferin, wobei der Mitarbeiter des Arbeitsamtes mir seidenweich versicherte, wie gerne er sich von mir bedienen ließe, ich müsse aber schön freundlich sein ... Zeugen für das Gespräch gibt es natürlich nicht.

    Auch die Gleichstellungsbeauftragte war keine Hilfe. "Sie können doch gut in die Pflege gehen!" war ihr Kommentar. Als ich dies zurückwies, sagte sie: "Sie sehen aber so aus!"

    Das einzige, was mir blieb, sind Putzstellen. Zu viel darf ich nicht dazuverdienen, sonst kürzt der Staat meine Hinterbliebenenrente.

    Ich hatte es geschafft, mir einen großen Bekanntenkreis aufzubauen. Als sich Freundschaften abzuzeichnen begannen, sind mir wegen des Lockdowns im Zuge der Coronamaßnahmen alle Kontakte komplett weggebrochen.

    Eine einzige Freundin hatte ich, die selber wegen einer psychischen Erkrankung Antidepressiva nimmt und sich vom Wesen her schon sehr verändert hatte. Als ich während des Lockdowns vor Einsamkeit nicht mehr ein noch aus wußte, bestimmte sie wiederholt und sehr dominant, daß ich Antidepressiva nehmen müsse. In dem Moment hab ich sie damals rausgeworfen. Sie wußte, daß diese Medikamente bei mir schwere Nebenwirkungen haben, die es mir unmöglich machen, einer Arbeit nachzugehen. Wovon soll ich dann leben?

    Das ist bei mir der Stand der Dinge: Kein Traumjob, der mich ausfüllt, keine Freunde, die mich auffangen. Mein Singledasein empfinde ich nicht als lebenswert.

    Hallo Ingrid. 

    Ich erlaube mir dir zu schreiben auch wenn dein Beitrag an Susanna und Summerfeeling gerichtet sind. Sie aber momentan nicht mehr online sind. 

    Ich empfinde dich als eine sehr starke Persönlichkeit. Dir wurde viel in den Weg gelegt und musstest einiges an Schicksal hinnehmen und trotzdem machst du weiter!! Meinen grössten Respekt!! 

    Vielleicht gibt es Dinge, die du gut kannst, welche dich erfüllen und wo du dich ganz entfalten darfst. 

    Vielleicht gibt es auch Dinge die du schon immer einmal ausprobieren wolltest und bis jetzt aufgeschoben hast. 

    Ich hatte nach der Trennung das gleiche Problem. Ich war die böse, die sich getrennt hat und somit hat sich schnell die Spreu vom Weizen getrennt. 

    Ich habe aber in den letzten 4Jahren gelernt, mich nicht mehr vom Leben abhalten zu lassen. 

    Will ich ins Kino dann gehe ich ins Kino, egal ob jemand mitkommt oder nicht. 

    Will ich wandern oder biwaken dann tue ich das. 

    Will ich Ferien ein Wochenende weg, dann mache ich Egoferien. 

     

    All das ist eine Frage des immer wieder Tuns. 

    Klar am Anfang fällt das schwer, aber von Mal zu mal wird es leichter und trifft unverhofft Menschen und kommt ins Gespräch. 

    Zudem macht man Dinge die man liebt und das bereichert ungemein. 

    Wie auch diese Seite perfekt geeignet ist. 

    Und wer weiss, was sich daraus alles ergeben kann😉

     

    Ich wünsche dir einen schönen Abend🤗🤗

     

    LG 

    Andlä 

  • 17.02.23, 21:30

     

    Claudia:

     

    Andlä:

     

    Ich  stimme dir voll und ganz zu. 

    Der bisher schlimmste Tag in meinem Leben, war der Tag an dem ich meinem Sohn sagen musste, dass ich mich von seinem Vater trenne und er ausziehen wird. 

    Meine Tochter selber wusste bereits von der Trennung, waren aber eine zeitlang nicht räumlich getrennt, weil ich den Kindern nicht den Vater nehmen wollte. Aber als meine damals 12Jahre Tochter dann einmal in einem Urlaub zu mir gesagt hat. "Aber Mama, ihr streitet euch ja immer noch, trotz das ihr getrennt seit"... Musste ich mir eingestehen, dass ich um eine räumliche Trennung nicht herum komme. 

    Da ich mich getrennt hatte, hat sich mein Mann geweigert, dass wir es unserem Sohn gemeinsam sagen. 

    Somit blieb mir nichts anderes übrig, als es ihm alleine zu sagen. Damals war er 9Jahre alt. 

    Kinder in diesem Alter sind gnadenlos ehrlich und somit kam aus seinem tiefsten Herzen ein:"Ich hasse dich... du bist fies... Ich ziehe zu meinem Vater"  und so wie er es auch gesagt hat, so wars in diesem Moment auch gemeint. 

    Das ist jetzt fast 4Jahre her. Ab und zu flackert bei ihm der Wunsch wieder auf, wenn es gemeinsame Feiern gibt und er sagt dann.. Jetzt kann Papa ja wieder nach Hause kommen. Natürlich bin dann ich diejenige welche sagen muss, dass das leider nicht geht, denn mein Nochehemann drückt sich bis heute vor der Verantwortung. 

    Ich denke mein Sohn wird dass wahrscheinlich erst aktzeptieren und annehmen können, wenn das auch sein Vater tut und ausspricht. 

    Betreffend allein oder einsam sein. Definiere ich für mich subjektiv gesehen die Begriffe so:

     

    Einsam sein ist für mich ein Zustand den ich nicht frei gewählt habe. Ich bin es einfach oder gerade einfach in einem Moment. Es ist ein Gefühl, dass über mich kommt und was ich kognitiv nicht Steuern oder verhindern kann. Aber ich kann den Zustand annehmen, aktzeptieren im Wissen dass dieser Moment auch wieder gehen darf. 

     

    Alleine sein ist für mich ein Zustand welcher ich für mich in einem Moment zu oder für einen Zeitraum gewählt habe, indem ich mich ganz bewusst zurückziehe distanziere von Menschen um ganz bei mir zu sein.. Mich zu spüren.. Meine Bedürfnisse wahr nehme, ja auch die Zeit mit mir für mich ganz alleine geniesse und auf niemanden Rücksicht nehmen muss. Qualitätszeit mit mir. 

     

     

    Guten Abend Andlä 

    ich verfolge schon einige Zeit euren Austausch zu diesem Thema. Ich kenne diese Situation und habe sie auch schon durch lebt.

     

     Den Unterschied zu alleinsein und einsam sein hast du sehr gut erklärt. Ich sehe das genauso.

     

     

    Ich entschied mich nach der Trennung erst einmal bewusst gegen eine neue Beziehung. Wollte den Kindern kein zweites mal den Zerbruch einer Beziehung zumuten. Zudem haetten sie einen neuen Partner vielleicht gat  nicht akzeptiert und es haette erneut Probleme gegeben. Ich stuerzte mich also in mein selbstgewahltes Singleleben und genoss erst einmal die Ruhe mit der Familie nachdem einmal Gras ueber die Sache gewachsen war. Es war und ist aber nicht leicht immer alles selbstaendig erledigen zu muessen. Am schwierigsten ist der Kontakt mit Aemtern. Aber da ich so vieles  fuer die Kinder erledigen musste, Jugendamt, Sonderschulen, IV Versicherung und vieles mehr, gelingt es mir recht gut. Vor allem geniesse ich meine Entscheidungsfreiheit. Niemand redet mir drein. 

  • 17.02.23, 20:49

    Hallo Susanna, hallo Summerfeeling,

    ich bin unfreiwillig Single, weil mein Mann vor etwa 6 Jahren verstorben ist. Aufgrund seiner Schichtarbeit war es schwer, Freundschaften zu pflegen. Also hatten wir kaum Freunde. Aber wir waren perfekt füreinander. 

    Geschwister habe ich nicht, in meiner Familie ist einer des anderen Teufel. Für die Familie meines Mannes bin ich seit der Pandemie ein Fremdkörper. Seither bin ich dort komplett ausgeschlossen. 

    Kinder sind wegen einer frühen Krebserkrankung meines Mannes nicht vorhanden. 

    Mit einer chronischen Erkrankung haben die Ärzte mich alleine gelassen, weshalb ich jahrelang nicht gearbeitet habe. Wer stellt schon jemanden ein, der 25 % der Arbeitszeit ausfällt? 

    Als mein Mann verstarb, reichte die Hinterbliebenenrente natürlich nicht zum Leben. Obwohl ich eine abgeschlossene Lehre zur Bankkauffrau habe, sah das Arbeitsamt keine Möglichkeit, mich in einen Beruf einzubringen. Förderung sei für mich mit damals Mitte 50 nicht mehr drin. Ich sei nur noch Hilfsverkäuferin, wobei der Mitarbeiter des Arbeitsamtes mir seidenweich versicherte, wie gerne er sich von mir bedienen ließe, ich müsse aber schön freundlich sein ... Zeugen für das Gespräch gibt es natürlich nicht.

    Auch die Gleichstellungsbeauftragte war keine Hilfe. "Sie können doch gut in die Pflege gehen!" war ihr Kommentar. Als ich dies zurückwies, sagte sie: "Sie sehen aber so aus!"

    Das einzige, was mir blieb, sind Putzstellen. Zu viel darf ich nicht dazuverdienen, sonst kürzt der Staat meine Hinterbliebenenrente.

    Ich hatte es geschafft, mir einen großen Bekanntenkreis aufzubauen. Als sich Freundschaften abzuzeichnen begannen, sind mir wegen des Lockdowns im Zuge der Coronamaßnahmen alle Kontakte komplett weggebrochen.

    Eine einzige Freundin hatte ich, die selber wegen einer psychischen Erkrankung Antidepressiva nimmt und sich vom Wesen her schon sehr verändert hatte. Als ich während des Lockdowns vor Einsamkeit nicht mehr ein noch aus wußte, bestimmte sie wiederholt und sehr dominant, daß ich Antidepressiva nehmen müsse. In dem Moment hab ich sie damals rausgeworfen. Sie wußte, daß diese Medikamente bei mir schwere Nebenwirkungen haben, die es mir unmöglich machen, einer Arbeit nachzugehen. Wovon soll ich dann leben?

    Das ist bei mir der Stand der Dinge: Kein Traumjob, der mich ausfüllt, keine Freunde, die mich auffangen. Mein Singledasein empfinde ich nicht als lebenswert.

  • 17.02.23, 20:31

     

    Andlä:

     

    Ruth H.:

     

    In der ersten Zeit nach einer Scheidung ist die Beziehung mit den Kindern oft schwierig. Es kann zu Zerwuerfnissen kommen. Das war auch bei uns so. Aber mit dem grösser werden kommt das Verständnis  fuer den Grund warum es zur Scheidung gekommen ist. Kinder wollen ja nie dass sich Eltern scheiden lassen. In deren Vorstellung sollte es immer so sein dass die Eltern zusammen sind. Wichtig sind immer gute Gespräche mit ihnen. Sie fuehlen sich auch oft schuldig am scheitern der Ehe ihrer Eltern. In meinem Fall war auch ich die die den Schlusspunkt gesetzt hat. Meine Kinder standen zu Anfang voll auf der Seite meines Ex Mannes denn ich war ja die boese die sie aus ihrem bisherigen Leben gerissen hatte denn ich musste das Haus mit ihnen verlassen und uns eine Wohnung suchen. In der folgenden Zeit realisierten sie aber dass es hauptsächlich ich war die fuer sie da war. Mein Mann kümmerte sich nur noch wenig um die Erziehung ausser dass er sie jedes 2. Wochenende bei sich hatte. In den Urlaub nahm er sie gerade mal 2 Wochen pro Jahr. Das haben sie ihm übel genommen. Sie waren zum Zeitpunkt der Scheidung 8+9 Jahre alt. Mit meinem Beitrag wollte ich Dir Mut machen. Denke Du musst Deiner Tochter etwas Zeit  lassen bis sie gewisse Einsichten gewonnen hat warum es nicht anders  ging als sich zu trennen. Vielleicht kommt sie dann eines Tages von selbst wieder auf Dich zu. Lg. und Kopf hoch Ruth

    Uebrigens war auch ich froh das Ehegefängnis verlassen zu haben. 

    Ich  stimme dir voll und ganz zu. 

    Der bisher schlimmste Tag in meinem Leben, war der Tag an dem ich meinem Sohn sagen musste, dass ich mich von seinem Vater trenne und er ausziehen wird. 

    Meine Tochter selber wusste bereits von der Trennung, waren aber eine zeitlang nicht räumlich getrennt, weil ich den Kindern nicht den Vater nehmen wollte. Aber als meine damals 12Jahre Tochter dann einmal in einem Urlaub zu mir gesagt hat. "Aber Mama, ihr streitet euch ja immer noch, trotz das ihr getrennt seit"... Musste ich mir eingestehen, dass ich um eine räumliche Trennung nicht herum komme. 

    Da ich mich getrennt hatte, hat sich mein Mann geweigert, dass wir es unserem Sohn gemeinsam sagen. 

    Somit blieb mir nichts anderes übrig, als es ihm alleine zu sagen. Damals war er 9Jahre alt. 

    Kinder in diesem Alter sind gnadenlos ehrlich und somit kam aus seinem tiefsten Herzen ein:"Ich hasse dich... du bist fies... Ich ziehe zu meinem Vater"  und so wie er es auch gesagt hat, so wars in diesem Moment auch gemeint. 

    Das ist jetzt fast 4Jahre her. Ab und zu flackert bei ihm der Wunsch wieder auf, wenn es gemeinsame Feiern gibt und er sagt dann.. Jetzt kann Papa ja wieder nach Hause kommen. Natürlich bin dann ich diejenige welche sagen muss, dass das leider nicht geht, denn mein Nochehemann drückt sich bis heute vor der Verantwortung. 

    Ich denke mein Sohn wird dass wahrscheinlich erst aktzeptieren und annehmen können, wenn das auch sein Vater tut und ausspricht. 

    Betreffend allein oder einsam sein. Definiere ich für mich subjektiv gesehen die Begriffe so:

     

    Einsam sein ist für mich ein Zustand den ich nicht frei gewählt habe. Ich bin es einfach oder gerade einfach in einem Moment. Es ist ein Gefühl, dass über mich kommt und was ich kognitiv nicht Steuern oder verhindern kann. Aber ich kann den Zustand annehmen, aktzeptieren im Wissen dass dieser Moment auch wieder gehen darf. 

     

    Alleine sein ist für mich ein Zustand welcher ich für mich in einem Moment zu oder für einen Zeitraum gewählt habe, indem ich mich ganz bewusst zurückziehe distanziere von Menschen um ganz bei mir zu sein.. Mich zu spüren.. Meine Bedürfnisse wahr nehme, ja auch die Zeit mit mir für mich ganz alleine geniesse und auf niemanden Rücksicht nehmen muss. Qualitätszeit mit mir. 

     

     

    Guten Abend Andlä 

    ich verfolge schon einige Zeit euren Austausch zu diesem Thema. Ich kenne diese Situation und habe sie auch schon durch lebt.

     

     Den Unterschied zu alleinsein und einsam sein hast du sehr gut erklärt. Ich sehe das genauso.

     

     

  • 17.02.23, 19:59

     

    Ruth H.:

     

    Susanna:

     

    Dem kann ich nur zustimmen,  trotzdem bin ich stolz es geschafft zu haben , mich aus einer toxischen Beziehung gelöst zu haben,  nur war mir leider nicht bewusst, dass der Preis dafür der Verlust einer innigen Beziehung zu meiner Tochter ist, das tut sehr weh. 

     

    In der ersten Zeit nach einer Scheidung ist die Beziehung mit den Kindern oft schwierig. Es kann zu Zerwuerfnissen kommen. Das war auch bei uns so. Aber mit dem grösser werden kommt das Verständnis  fuer den Grund warum es zur Scheidung gekommen ist. Kinder wollen ja nie dass sich Eltern scheiden lassen. In deren Vorstellung sollte es immer so sein dass die Eltern zusammen sind. Wichtig sind immer gute Gespräche mit ihnen. Sie fuehlen sich auch oft schuldig am scheitern der Ehe ihrer Eltern. In meinem Fall war auch ich die die den Schlusspunkt gesetzt hat. Meine Kinder standen zu Anfang voll auf der Seite meines Ex Mannes denn ich war ja die boese die sie aus ihrem bisherigen Leben gerissen hatte denn ich musste das Haus mit ihnen verlassen und uns eine Wohnung suchen. In der folgenden Zeit realisierten sie aber dass es hauptsächlich ich war die fuer sie da war. Mein Mann kümmerte sich nur noch wenig um die Erziehung ausser dass er sie jedes 2. Wochenende bei sich hatte. In den Urlaub nahm er sie gerade mal 2 Wochen pro Jahr. Das haben sie ihm übel genommen. Sie waren zum Zeitpunkt der Scheidung 8+9 Jahre alt. Mit meinem Beitrag wollte ich Dir Mut machen. Denke Du musst Deiner Tochter etwas Zeit  lassen bis sie gewisse Einsichten gewonnen hat warum es nicht anders  ging als sich zu trennen. Vielleicht kommt sie dann eines Tages von selbst wieder auf Dich zu. Lg. und Kopf hoch Ruth

    Uebrigens war auch ich froh das Ehegefängnis verlassen zu haben. 

    Ich  stimme dir voll und ganz zu. 

    Der bisher schlimmste Tag in meinem Leben, war der Tag an dem ich meinem Sohn sagen musste, dass ich mich von seinem Vater trenne und er ausziehen wird. 

    Meine Tochter selber wusste bereits von der Trennung, waren aber eine zeitlang nicht räumlich getrennt, weil ich den Kindern nicht den Vater nehmen wollte. Aber als meine damals 12Jahre Tochter dann einmal in einem Urlaub zu mir gesagt hat. "Aber Mama, ihr streitet euch ja immer noch, trotz das ihr getrennt seit"... Musste ich mir eingestehen, dass ich um eine räumliche Trennung nicht herum komme. 

    Da ich mich getrennt hatte, hat sich mein Mann geweigert, dass wir es unserem Sohn gemeinsam sagen. 

    Somit blieb mir nichts anderes übrig, als es ihm alleine zu sagen. Damals war er 9Jahre alt. 

    Kinder in diesem Alter sind gnadenlos ehrlich und somit kam aus seinem tiefsten Herzen ein:"Ich hasse dich... du bist fies... Ich ziehe zu meinem Vater"  und so wie er es auch gesagt hat, so wars in diesem Moment auch gemeint. 

    Das ist jetzt fast 4Jahre her. Ab und zu flackert bei ihm der Wunsch wieder auf, wenn es gemeinsame Feiern gibt und er sagt dann.. Jetzt kann Papa ja wieder nach Hause kommen. Natürlich bin dann ich diejenige welche sagen muss, dass das leider nicht geht, denn mein Nochehemann drückt sich bis heute vor der Verantwortung. 

    Ich denke mein Sohn wird dass wahrscheinlich erst aktzeptieren und annehmen können, wenn das auch sein Vater tut und ausspricht. 

    Betreffend allein oder einsam sein. Definiere ich für mich subjektiv gesehen die Begriffe so:

     

    Einsam sein ist für mich ein Zustand den ich nicht frei gewählt habe. Ich bin es einfach oder gerade einfach in einem Moment. Es ist ein Gefühl, dass über mich kommt und was ich kognitiv nicht Steuern oder verhindern kann. Aber ich kann den Zustand annehmen, aktzeptieren im Wissen dass dieser Moment auch wieder gehen darf. 

     

    Alleine sein ist für mich ein Zustand welcher ich für mich in einem Moment zu oder für einen Zeitraum gewählt habe, indem ich mich ganz bewusst zurückziehe distanziere von Menschen um ganz bei mir zu sein.. Mich zu spüren.. Meine Bedürfnisse wahr nehme, ja auch die Zeit mit mir für mich ganz alleine geniesse und auf niemanden Rücksicht nehmen muss. Qualitätszeit mit mir. 

     

     

  • 17.02.23, 19:21 - Zuletzt bearbeitet 17.02.23, 19:23.

     

    Susanna:

     

    Ingrid:

    Kurze Antwort auf Deine Frage: NEIN, Singledasein ist echt sch...

    Dem kann ich nur zustimmen,  trotzdem bin ich stolz es geschafft zu haben , mich aus einer toxischen Beziehung gelöst zu haben,  nur war mir leider nicht bewusst, dass der Preis dafür der Verlust einer innigen Beziehung zu meiner Tochter ist, das tut sehr weh. 

    Susanna (24.04.2022 21:19):

    .....es ist schlimmer einsam in einer Beziehung zu sein,  als sich einsam zu fühlen weil man alleine ist 

     

    In der ersten Zeit nach einer Scheidung ist die Beziehung mit den Kindern oft schwierig. Es kann zu Zerwuerfnissen kommen. Das war auch bei uns so. Aber mit dem grösser werden kommt das Verständnis  fuer den Grund warum es zur Scheidung gekommen ist. Kinder wollen ja nie dass sich Eltern scheiden lassen. In deren Vorstellung sollte es immer so sein dass die Eltern zusammen sind. Wichtig sind immer gute Gespräche mit ihnen. Sie fuehlen sich auch oft schuldig am scheitern der Ehe ihrer Eltern. In meinem Fall war auch ich die die den Schlusspunkt gesetzt hat. Meine Kinder standen zu Anfang voll auf der Seite meines Ex Mannes denn ich war ja die boese die sie aus ihrem bisherigen Leben gerissen hatte denn ich musste das Haus mit ihnen verlassen und uns eine Wohnung suchen. In der folgenden Zeit realisierten sie aber dass es hauptsächlich ich war die fuer sie da war. Mein Mann kümmerte sich nur noch wenig um die Erziehung ausser dass er sie jedes 2. Wochenende bei sich hatte. In den Urlaub nahm er sie gerade mal 2 Wochen pro Jahr. Das haben sie ihm übel genommen. Sie waren zum Zeitpunkt der Scheidung 8+9 Jahre alt. Mit meinem Beitrag wollte ich Dir Mut machen. Denke Du musst Deiner Tochter etwas Zeit  lassen bis sie gewisse Einsichten gewonnen hat warum es nicht anders  ging als sich zu trennen. Vielleicht kommt sie dann eines Tages von selbst wieder auf Dich zu. Lg. und Kopf hoch Ruth

    Uebrigens war auch ich froh das Ehegefängnis verlassen zu haben. 

  • 17.02.23, 17:24

     

    Ingrid:

    Kurze Antwort auf Deine Frage: NEIN, Singledasein ist echt sch...

    Dem kann ich nur zustimmen,  trotzdem bin ich stolz es geschafft zu haben , mich aus einer toxischen Beziehung gelöst zu haben,  nur war mir leider nicht bewusst, dass der Preis dafür der Verlust einer innigen Beziehung zu meiner Tochter ist, das tut sehr weh. 

    Susanna (24.04.2022 21:19):

    Corinne (24.04.2022 19:22):

    Letzte Bemerkung: Man kann auch in Beziehungen einsam sein. Gerade in Beziehungen. Wenn Kälte aufkommt, man nicht verstanden wird oder man ignoriert wird, dann fühlt man sich in einer Beziehung bodenlos einsam.

    .....es ist schlimmer einsam in einer Beziehung zu sein,  als sich einsam zu fühlen weil man alleine ist 

     

  • 17.02.23, 13:09

     

    Andlä:

     

    Marina:

     

    Wenn ich mir das ermögliche, was ich gerne will und am Ende zufrieden bin, verliere ich Lebensqualität? Was?

    Ich würde eher sagen, dann ist meine Lebensqualität auf dem höchsten Level, weil ich alles dafür getan habe.

    Glaube da treffen 2 Generationenmodelle aufeinander😜 weder das eine noch das andere ist besser oder schlechter sondern einfach anders... 

    Experiment:

    Was passiert, wenn diese beiden Modelle zu einem Modell vereint werden?

     

    Echt spannend, aber wahrscheinlich etwas für die Philosophierunde. 

     

    Ich finde euch beide toll. 

     

    Habt einen schönen Tag 

     

    LG Andlä 

    Man setzt sich ein Ziel, verfolgt es ehrgeizig ohne nachzudemken und ueberlegt sich nicht ob es auf Kosten von etwas  anderem geht. Ein Ziehl erreichen und Zufriedenheit und Vollkommenheit zu empfinden geht nur wenn man gleichzeitig  das  Umfeld und das was Lebenswert ist nicht aus den Augen verliert.  Das ist nicht einfach. Der Weg dazu ist oft steinig.

  • 17.02.23, 10:47

     

    SUMMERFEELING:

     

    Andlä:

     

    Guten Morgen Guenther. 

    Aus Respekt gegenüber deiner Mutter werde ich hier kein gefällt mir drücken, weil dieser Akt nicht stimmig für mich wäre. 

    Aber ich stimme mit dir absolut überein und danke dir fürs Teilen!!! 

    Sei ganz lieb gedrückt🤗🤗🤗

     

    LG 

     

    Andlä

    Wünsche auch dir einen guten Morgen, Andlä! 

    Auch für mich war und ist ihre Entscheidung nicht stimmig, aber ich habe sie respektiert. Es war sozusagen der Schlussakt eines Lebens, das zwar hoffnungsvoll begann, aber letztendlich zum Scheitern führte - ein Drama in mehreren Akten. 

    Sie wollte ein anderes Leben, rebellierte, aber die Rahmenbedingungen ließen keinen Spielraum zu. Ihre Versuche, sich zu emanzipieren und zumindest teilweise zu verwirklichen, wurde von der Außenwelt als Spinnerei abgetan. 

    Es kam ihr niemand zu Hilfe, weder mein Vater noch ich - ich wollte nur eines: Weg und rasch auf eigenen Beinen stehen! 

    Aber geht es nicht vielen Frauen so? Mit dem Unterschied, dass sie sich fügen und ein Leben akzeptieren, das sie unglücklich macht. Wenn die Angst vorm Alleinsein oder vorm Verlust des Gewohnten sie in Partnerschaften verharren lässt, wo nur mehr der Streit das einzig Verbindende ist. 

     

     

     

     

     

     

     

     

    Ich habe mit nicht stimmig NICHT gemeint, das deine Mutter Suizide begangen hat. Das kann ich vollendst nachvollziehen, auch dass du aus dieser Situation ausbrechen musstest. Schon rein um dich selber zu schützen. 

    Für mich war es nicht stimmig ein gefällt mir zu drücken anhand des Schicksals deiner Mutter. Das hat sich für mich nicht richtig angefühlt. Ich denke oder fühle da wahrscheinlich anders oder mache mir gewisse Gedanken dazu. 

     

    Betreffend Frauen und ja in einer (toxischen) Partnerschaft verharren und bleiben aus z. B. Wie bei mir Verlustangst, ja das gibt es zu Haufen und in den meisten Fällen sind es auch noch Mütter die sich nicht trennen, weil sie dass ihren Kindern nicht antun möchten. 

     

    Ich habe 24Jahre eine Beziehung geführt und ich hätte nie gedacht, dass es soviel Kraft Energie und Mut braucht um dort aus zubrechen. Es hat mir alles abverlangt und war das härteste was ich je erlebt habe. 

    Aber ich bereue keinen Moment das getan zu haben und mir und meinen Kindern geht es definitiv besser damit. 

  •  

    Andlä:

     

    Guten Morgen Guenther. 

    Aus Respekt gegenüber deiner Mutter werde ich hier kein gefällt mir drücken, weil dieser Akt nicht stimmig für mich wäre. 

    Aber ich stimme mit dir absolut überein und danke dir fürs Teilen!!! 

    Sei ganz lieb gedrückt🤗🤗🤗

     

    LG 

     

    Andlä

    Wünsche auch dir einen guten Morgen, Andlä! 

    Auch für mich war und ist ihre Entscheidung nicht stimmig, aber ich habe sie respektiert. Es war sozusagen der Schlussakt eines Lebens, das zwar hoffnungsvoll begann, aber letztendlich zum Scheitern führte - ein Drama in mehreren Akten. 

    Sie wollte ein anderes Leben, rebellierte, aber die Rahmenbedingungen ließen keinen Spielraum zu. Ihre Versuche, sich zu emanzipieren und zumindest teilweise zu verwirklichen, wurde von der Außenwelt als Spinnerei abgetan. 

    Es kam ihr niemand zu Hilfe, weder mein Vater noch ich - ich wollte nur eines: Weg und rasch auf eigenen Beinen stehen! 

    Aber geht es nicht vielen Frauen so? Mit dem Unterschied, dass sie sich fügen und ein Leben akzeptieren, das sie unglücklich macht. Wenn die Angst vorm Alleinsein oder vorm Verlust des Gewohnten sie in Partnerschaften verharren lässt, wo nur mehr der Streit das einzig Verbindende ist. 

     

     

     

     

     

     

     

     

  • 17.02.23, 08:14

     

    SUMMERFEELING:

     

     

    Marina:

     

    Ja gut, das sind deine Erfahrungen. Deswegen kann man aber nicht sagen, dass jeder einen Preis dafür bezahlen muss, wenn er Zufriedenheit anstrebt.

    Wer Zufriedenheit im Leben anstrebt, wird sich irgendwie mit der Gesellschaft arrangieren müssen.

    Wer aber bestrebt ist, "seinen" Weg zu gehen, wird sich im Dornengestrüpp wiederfinden. 

     

    Mir ist das Beispiel meiner Mutter vor Augen: In jungen Jahren zur Vollwaise geworden, da ihre Eltern knapp hintereinander einer Typhus-Epidemie zum Opfer fielen, war sie frühzeitig auf sich allein gestellt.

    Sie ging in die Schweiz, um dort einen Job zu finden, da damals in Österreich die Möglichkeiten begrenzt waren.

    Sie fand rasch eine Stelle, übernahm den Haushalt einer gutsituierten Familie, betreute die Kinder und lernte nebenbei Französisch. Obwohl sie nicht nur in der Familie integriert war, zögerte sie nicht, als sie eine Stelle bei einer bekannten Industriellenfamilie in Salzburg angeboten bekam. 

    Hier lernte sie meinen Vater kennen und verliebte sich: Kind, Heirat, Hausbau - der gängige Weg. 

    Sie kam aber mit ihrem Leben nicht zurecht. Ihr Aufbegehren war anfangs leise und wurde nicht wahrgenommen. Erst später, als es unüberhörbare Schreie wurden, folgte die Reaktion.

    Als ich 17 war, landete sie in der Nervenheilanstalt, aber anstatt sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen, spritzte man sie nieder. Ich erkannte meine Mutter nicht mehr, sie war mir fremd geworden. 

    Ständig sediert mit starken Medikamenten, gab sie sich ihrem Schicksal hin. Kein Aufbegehren mehr, sie nahm alles hin. Meine späten Versuche, sie wieder zum Leben zu erwecken, scheiterten. 

    Sie setze ihrem tristen Leben ein Ende, indem sie sich vor den Zug warf.

     

    Heutzutage würde die Geschichte vielleicht einen anderen Verlauf nehmen. Vielleicht auch nicht.

     

     

     

     

     

    Guten Morgen Guenther. 

    Aus Respekt gegenüber deiner Mutter werde ich hier kein gefällt mir drücken, weil dieser Akt nicht stimmig für mich wäre. 

    Aber ich stimme mit dir absolut überein und danke dir fürs Teilen!!! 

    Sei ganz lieb gedrückt🤗🤗🤗

     

    LG 

     

    Andlä

  •  

     

    Marina:

     

    Ja gut, das sind deine Erfahrungen. Deswegen kann man aber nicht sagen, dass jeder einen Preis dafür bezahlen muss, wenn er Zufriedenheit anstrebt.

    Wer Zufriedenheit im Leben anstrebt, wird sich irgendwie mit der Gesellschaft arrangieren müssen.

    Wer aber bestrebt ist, "seinen" Weg zu gehen, wird sich im Dornengestrüpp wiederfinden. 

     

    Mir ist das Beispiel meiner Mutter vor Augen: In jungen Jahren zur Vollwaise geworden, da ihre Eltern knapp hintereinander einer Typhus-Epidemie zum Opfer fielen, war sie frühzeitig auf sich allein gestellt.

    Sie ging in die Schweiz, um dort einen Job zu finden, da damals in Österreich die Möglichkeiten begrenzt waren.

    Sie fand rasch eine Stelle, übernahm den Haushalt einer gutsituierten Familie, betreute die Kinder und lernte nebenbei Französisch. Obwohl sie nicht nur in der Familie integriert war, zögerte sie nicht, als sie eine Stelle bei einer bekannten Industriellenfamilie in Salzburg angeboten bekam. 

    Hier lernte sie meinen Vater kennen und verliebte sich: Kind, Heirat, Hausbau - der gängige Weg. 

    Sie kam aber mit ihrem Leben nicht zurecht. Ihr Aufbegehren war anfangs leise und wurde nicht wahrgenommen. Erst später, als es unüberhörbare Schreie wurden, folgte die Reaktion.

    Als ich 17 war, landete sie in der Nervenheilanstalt, aber anstatt sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen, spritzte man sie nieder. Ich erkannte meine Mutter nicht mehr, sie war mir fremd geworden. 

    Ständig sediert mit starken Medikamenten, gab sie sich ihrem Schicksal hin. Kein Aufbegehren mehr, sie nahm alles hin. Meine späten Versuche, sie wieder zum Leben zu erwecken, scheiterten. 

    Sie setze ihrem tristen Leben ein Ende, indem sie sich vor den Zug warf.

     

    Heutzutage würde die Geschichte vielleicht einen anderen Verlauf nehmen. Vielleicht auch nicht.

     

     

     

     

     

  • 17.02.23, 06:42

     

    Marina:

     

    Ruth H.:

     

    Der Verlust der Lebenswualitaet.

    Du beschreibst das sehr schoen. Das ist genau so.👍👍👍

    Wenn ich mir das ermögliche, was ich gerne will und am Ende zufrieden bin, verliere ich Lebensqualität? Was?

    Ich würde eher sagen, dann ist meine Lebensqualität auf dem höchsten Level, weil ich alles dafür getan habe.

    Glaube da treffen 2 Generationenmodelle aufeinander😜 weder das eine noch das andere ist besser oder schlechter sondern einfach anders... 

    Experiment:

    Was passiert, wenn diese beiden Modelle zu einem Modell vereint werden?

     

    Echt spannend, aber wahrscheinlich etwas für die Philosophierunde. 

     

    Ich finde euch beide toll. 

     

    Habt einen schönen Tag 

     

    LG Andlä 

  • 17.02.23, 00:05

     

    SUMMERFEELING:

     

    Marina:

     

    Und was ist dieser Preis? 

    Ich kann nur von meiner Erfahrung berichten: Verlust des gewohnten Umfelds und der Lebensgrundlage; Unverständnis bei den eigenen Kindern, die die Schritte ihres Vaters nicht verstehen wollten - das tat am meisten weh.

     

    Ja gut, das sind deine Erfahrungen. Deswegen kann man aber nicht sagen, dass jeder einen Preis dafür bezahlen muss, wenn er Zufriedenheit anstrebt.

  •  

    Marina:

     

    SUMMERFEELING:

     

    Ich stimme dir vollkommen zu: Wenn du weißt, was du willst, schlägst du einen kompromisslosen Weg ein. Aber er hat seinen Preis! 

     

    Und was ist dieser Preis? 

    Ich kann nur von meiner Erfahrung berichten: Verlust des gewohnten Umfelds und der Lebensgrundlage; Unverständnis bei den eigenen Kindern, die die Schritte ihres Vaters nicht verstehen wollten - das tat am meisten weh.

     

  • 16.02.23, 23:58

     

    Ruth H.:

     

    Marina:

     

    Und was ist dieser Preis? 

    Der Verlust der Lebenswualitaet.

    Andlä:

    Kennst du den Begriff Generation lost... Er beschreibt die Generation von Jugendlichen welche gerade jetzt zu Erwachsenen heranwächst. 

    Sie wird so bezeichnet, weil diese schlichtweg zu viele Optionen und Möglichkeiten haben.

    Hört sich toll an. Leider ist unser System nicht darauf ausgelegt und endlich viele Optionen zu haben, denn dann wird die Entscheidungsfindung extrem schwierig und es entsteht eine kognitive Dissonanz. 

    Ein Ungleichgewicht. Du wägst Vor und Nachteile ab. Wenn du dann kein eindeutigen Vorteil hast oder besser gesagt du dich nicht entscheiden kannst, wählen die meisten Leute denn momentanen Zustand. Ganz einfach aus dem Grund. Es ist energietechnisch sehr schonend und stressfreier. Balance wird wieder hergestellt und das was du kennst gibt dir Sicherheit. 

    Heutzutage sind wir viel weniger abhängig von einander. Früher wäre vorallem eine Frau total auf geschmissen gewesen. Keine Arbeit kein Einkommen. Ja selbst wenn du früher z. B. In den 50er Jahren als Frau nicht verheiratest warst, war es praktisch unmöglich eine Wohnung zu mieten. 

    Das alles hat sich geändert. Heute zu Tage bist du nicht mehr direkt auf andere angewiesen und somit gibt es auch viel weniger Gründe, sich ernst und dauerhaft zu binden. Klar Nähe, Bindung und Sicherheit das Bedürfnis ist immer noch in uns vorhanden, aber nicht mehr zu jedem Preis und auch für das gibt es diverse Möglichkeiten. 

    Du hast wortwörtlich die Qual der Wahl, wie man so schön sagt. Und die Tendenz von es könnte noch jemand besseren und tolleres da draussen geben und das Gefühl etwas zu verpassen ist stark vertreten.. Daher boomt auch Tinder und Co. 

    Ob jetzt ein eingefleischter Single so glücklich ist oder er glücklicher wäre in einer Beziehung, denke ist aus meiner subjektiven Meinung her gesehen Tagesformabhängig. 

    Kenne ich selber von mir. Gibt Tage da findest du es toll.. Du kannst tun und lassen was du willst ohne dich abzusprechen oder auf die Bedürfnisse des Partners Rücksicht zu nehmen und dann gibst Tage, da vermisst du einfach das morgendliche Aufwachen oder Zubettgehen.. Umarmungen.. Der Austausch und Gemeinsamkeiten und Unternehmungen als Paar. 

     

    Ich wünsche dir auf jeden Fall einen schönen Abend und schicke dir aus Bern wie immer liebe Grüsse 🤗🤗

     

    Andlä

    Du beschreibst das sehr schoen. Das ist genau so.👍👍👍

    Wenn ich mir das ermögliche, was ich gerne will und am Ende zufrieden bin, verliere ich Lebensqualität? Was?

    Ich würde eher sagen, dann ist meine Lebensqualität auf dem höchsten Level, weil ich alles dafür getan habe.

  • 16.02.23, 23:56 - Zuletzt bearbeitet 17.02.23, 00:39.

     

    Marina:

     

    SUMMERFEELING:

     

    Ich stimme dir vollkommen zu: Wenn du weißt, was du willst, schlägst du einen kompromisslosen Weg ein. Aber er hat seinen Preis! 

     

    Und was ist dieser Preis? 

    Der Verlust der Lebenswualitaet. Zuviel streben. Zu hoch gesteckte Ziele. ,Man muesste sich bewusst sein wieviel man ins erreichen von Zielen Kräftemäßig hinein stecken kann ohne Kräfteverlust. Ist meine Meinung dazu. Lohnt es sich, sich ständig Ziele nach Vollkommenheit zu setzen. Man sollte es auch mal so nehmen wie es kommt und den Fokus auf das tägliche beschränken und das beste daraus zu machen auch wenn es nicht ganz das ist was man sich wuenschte und das als gegeben hinnehmen koennen und zufrieden damit zu sein. Es kommt doch eh  meistens wie es kommt. Das Leben geht oft seine eigenen Wege. Oft wird man beim streben nach Zählen verhindert und fühlt sich dann als Versager. Das ist meiner Meinung nach voellig unnötig und ungerechtfertigt. 

    Andlä:

    Kennst du den Begriff Generation lost... Er beschreibt die Generation von Jugendlichen welche gerade jetzt zu Erwachsenen heranwächst. 

    Sie wird so bezeichnet, weil diese schlichtweg zu viele Optionen und Möglichkeiten haben.

    Hört sich toll an. Leider ist unser System nicht darauf ausgelegt und endlich viele Optionen zu haben, denn dann wird die Entscheidungsfindung extrem schwierig und es entsteht eine kognitive Dissonanz. 

    Ein Ungleichgewicht. Du wägst Vor und Nachteile ab. Wenn du dann kein eindeutigen Vorteil hast oder besser gesagt du dich nicht entscheiden kannst, wählen die meisten Leute denn momentanen Zustand. Ganz einfach aus dem Grund. Es ist energietechnisch sehr schonend und stressfreier. Balance wird wieder hergestellt und das was du kennst gibt dir Sicherheit. 

    Heutzutage sind wir viel weniger abhängig von einander. Früher wäre vorallem eine Frau total auf geschmissen gewesen. Keine Arbeit kein Einkommen. Ja selbst wenn du früher z. B. In den 50er Jahren als Frau nicht verheiratest warst, war es praktisch unmöglich eine Wohnung zu mieten. 

    Das alles hat sich geändert. Heute zu Tage bist du nicht mehr direkt auf andere angewiesen und somit gibt es auch viel weniger Gründe, sich ernst und dauerhaft zu binden. Klar Nähe, Bindung und Sicherheit das Bedürfnis ist immer noch in uns vorhanden, aber nicht mehr zu jedem Preis und auch für das gibt es diverse Möglichkeiten. 

    Du hast wortwörtlich die Qual der Wahl, wie man so schön sagt. Und die Tendenz von es könnte noch jemand besseren und tolleres da draussen geben und das Gefühl etwas zu verpassen ist stark vertreten.. Daher boomt auch Tinder und Co. 

    Ob jetzt ein eingefleischter Single so glücklich ist oder er glücklicher wäre in einer Beziehung, denke ist aus meiner subjektiven Meinung her gesehen Tagesformabhängig. 

    Kenne ich selber von mir. Gibt Tage da findest du es toll.. Du kannst tun und lassen was du willst ohne dich abzusprechen oder auf die Bedürfnisse des Partners Rücksicht zu nehmen und dann gibst Tage, da vermisst du einfach das morgendliche Aufwachen oder Zubettgehen.. Umarmungen.. Der Austausch und Gemeinsamkeiten und Unternehmungen als Paar. 

     

    Ich wünsche dir auf jeden Fall einen schönen Abend und schicke dir aus Bern wie immer liebe Grüsse 🤗🤗

     

    Andlä

    Du beschreibst das sehr schoen. Das ist genau so.👍👍👍

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