TEIL III - a) – Die unsicher-vermeidende Bindung
Die Sehnsucht nach Nähe – und der Impuls zum Rückzug
Ein Kind kommt mit dem tiefen Bedürfnis auf die Welt, gesehen, geschützt und willkommen zu sein. Es sucht Nähe nicht aus Schwäche, sondern weil es Nähe zum Überleben braucht.
Was geschieht, wenn ein Kind erlebt, dass seine Bedürfnisse nicht wirklich ankommen? Wenn Trost wenig verfügbar ist, Nähe eher abgewiesen wird oder für seine Gefühle kaum Raum bleibt?
Dann kann das Kind etwas sehr Kluges lernen: Ich brauche besser nichts. Ich komme allein zurecht.
Es sucht weniger deutlich nach Nähe, zeigt weniger von seinem Schmerz und fährt seine Bedürfnisse herunter. Nach aussen kann es erstaunlich selbstständig, unkompliziert und unabhängig wirken. Doch diese Unabhängigkeit ist nicht unbedingt innere Sicherheit. Das Kind hat vielmehr gelernt, mit seinem Bedürfnis nach Bindung allein zu bleiben.
Was damals geschützt hat, kann später zur Beziehungshürde werden.
Auch als Erwachsene wirken Menschen mit diesem Bindungsmuster häufig sehr autonom. Sie brauchen viel Freiheit, fühlen sich schnell eingeengt und haben Mühe, sich abhängig oder verletzlich zu zeigen. Nähe kann zunächst schön sein – wird sie intensiver, entsteht nicht selten ein innerer Rückzug.
Gefühle werden eher mit dem Kopf als mit dem Körper verarbeitet, Bedürfnisse spät oder gar nicht wahrgenommen. Konflikte werden lieber vermieden, relativiert oder allein gelöst. Manche ziehen sich zurück, sobald eine Beziehung verbindlicher wird. Andere wählen Beziehungen, in denen Nähe begrenzt bleibt.
Und manchmal ist genau das Verwirrende: Der Wunsch nach Liebe ist durchaus da. Doch Nähe kann gleichzeitig Unruhe, Enge, Rückzugswunsch oder das Gefühl auslösen, nicht mehr frei zu sein.
Hinter der Bedürfnislosigkeit kann ein Mensch stehen, der früh gelernt hat, seine Sehnsucht nach Verbindung nicht mehr zu spüren.
Das bedeutet nicht, dass ein Mensch „so ist“. Bindungsmuster sind keine Persönlichkeit und kein unveränderliches Schicksal. Sie sind Erfahrungen und Strategien, die einmal sinnvoll waren, aber später veränderbar sind.
Der Weg beginnt deshalb nicht damit, sich zur Nähe zu zwingen.
Sondern damit, überhaupt wieder wahrzunehmen:
Was geschieht in mir, wenn jemand mir wirklich nahekommt?
Was brauche ich – und was habe ich gelernt, nicht zu brauchen?
Denn Beziehung wird dort schwierig, wo wir uns selbst verlassen müssen, um in ihr bleiben zu können.
Fragen oder Gedanken dazu?
Horrorfestival im Movie Park 👽💀🤡
Es sind noch Plätze frei 👽💀🤡
Welche sportliche Dame hat am Wochenende Zeit für ein Squash oder Badminton Match im Sportpark mit anschließendem cafe
Oktoberfest - Wiesn!
Wer hat auch Lust aufd Wiesn und noch keinen Anschluss? Freue mich auf deine Rückmeldung!
LG Sunny
Wäre dabei.
Wann hast vor zu gehn?
Jemand interessiert an Buchmesse Frankfurt!?
Danke dir !!!